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Schule und Internat Jamyang Ling

Jamyang LingJamyang Ling ist eine private Schule mit Internat in Reru, einem Dorf mit ca. 20 Häusern im indischen Himalaya in der Region Zanskar. Das Projekt wurde im Sommer 1994 von Bernd Balaschus, dem Gründer von Shambala e.V., ins Leben gerufen. Im Sommer 2011 bot die Schule Platz für 206 Schülerinnen und Schüler von denen 151 im Internat lebten und die durch das Projekt eine neue Perspektive im Leben bekommen haben.



Land und Leute  

Die Ortschaft Reru liegt auf ca. 4000m ü.d.M und befindet sich 23 km südlich des Verwaltungszentrums Padum am Zanskar-Fluss. Sprache und Kultur der Zanskaris ist stark vom angrenzenden Tibet geprägt. Im ganzen Zanskar-Tal, von Padum bis hin zur Ortschaft Kargyak (letzter Ort vor dem Shingo-La-Paß/ 5.200 m), leben ungefähr 6.000 Menschen, in der Mehrheit sich selbst versorgende Bauern und Viehzüchter. Der allgemeine Lebensstandard ist äußerst niedrig: es gibt kein fließendes Wasser und keine öffentliche Stromversorgung, kaum für den Kraftverkehr geeignete Straßen, kaum medizinische Versorgung im westlichen Maßstab und kaum Maschinen, die die Arbeit der Zanskaris erleichtern.

Der Anbau von Gerste, Erbsen, Kohl und Rettich auf den kleinen Terrassenfeldern erfolgt durchweg in Handarbeit. Die Rinder müssen den Sommer über von Bergweide zu Bergweide getrieben werden, die Wäsche wird im Gletscherbach gewaschen, um nur einige der arbeitsintensiven Tagesabläufe zu nennen, die die Lebensgrundlage der Zanskaris bilden. Die Familien sind deshalb auf die Mitarbeit ihrer Kinder angewiesen, was mit einer der Gründe für die überaus hohe Analphabetenrate in Zanskar ist. Abgesehen davon ist jedoch auch wegen der isolierten Lage der Ortschaften das staatliche Bildungswesen in Zanskar völlig unterentwickelt.



Grundsteinlegung nach buddhistischer Tradition  

Jamyang LingBernd Balaschus, Leiter und Gründer von Shambhala tours & meditation, hat in der Vergangenheit mehrmals im Rahmen von spirituellen Reise- und Trekkinggruppen Zanskar und Ladakh besucht. Auf Grund von gewachsenen Freundschaften mit den Menschen dort, einer intensiven Beschäftigung mit den sozialen und kulturellen Besonderheiten und dem tibetischen Buddhismus haben sich enge Bindungen und Beziehungen entwickelt. So entstand der Wunsch zu helfen und eine kleine Schule zu bauen. Eigens dafür wurde 1993 der Förderverein Shambala e.V. gegründet. Im Sommer 1994 wurde schließlich die Grundsteinlegung nach buddhistischer Tradition von dem Abt und Mönchen des Klosters Mune festlich begangen: Eine Feuerzeremonie und eine Puja wurden zelebriert. Am nächsten Tag wurde das von der Dorfbevölkerung zur Verfügung gestellte Land geweiht und ein großer Flaggenmast errichtet. Auch S.H. der Dalai Lama wird über alle neuen Entwicklungen des Projekts unterrichtet. Sein Segen ist für die Arbeit Inspiration und Ermutigung.



Ein Ort zum Lernen…  

Jamyang LingJamyang Ling untersteht dem Jammu & Kashmir Board of School Education, dem Unterrichtsministerium des Bundesstaates Jammu & Kashmir. Die Schulbücher werden vom indischen Staat, dem Central Board of Education, ausgegeben. Im vielsprachigen Indien unterscheidet man Schulen, in denen der Unterricht in Hindi, Urdu, Englisch oder auch in anderen Sprachen gehalten wird. Jamyang Ling ist eine English Medium School, d.h. die Schulbücher sind in englischer Sprache verfasst.

Das Konzept der Jamyang Ling Schule basiert auf dem Tibetan Buddhist School-System, in dem neben den üblichen Unterrichtsfächern auch buddhistische Philosophie und das kulturelle Erbe der Zanskaris einen Platz haben. Die staatliche Anerkennung der Schule ist von Lungnak Association erreicht worden, die in Zusammenarbeit mit Shambhala e.V. die Trägerschaft übernommen hat. Die Mitglieder der Lungnak Association kommen aus den Dörfern entlang des Trecks zum Shingo-La. Vergleichbar mit einem Verein wird das ehrenamtliche Komitee alle zwei Jahre neu gewählt.  



…und Leben!

Zum Internat gehören je drei Schlafräume für Jungen und Mädchen, eine Küche und eine Halle zum Essen. Beleuchtet werden die Räume mittlerweile durch eine Solaranlage. Im Sommer 2011 lebten insgesamt 151 Jungen und Mädchen das Schuljahr über im Internat. Sie stammen aus den vielen kleinen Dörfern entlang des Trecks bis zum Shingo-La Pass. Manche von ihnen laufen mehrere Tage, um im März zur Schule und im Oktober wieder nach Hause zu kommen.

Jamyang LingFür die Verpflegung und Beaufsichtigung der internen Schülerinnen und Schüler sind die Köche Tsering Chosphel, Tenzin Chosphel und Tsering Chotar zuständig, sowie die unentbehrlichen, allgegenwärtigen Hausmeister Stanzin Thupten und Tsewang Lobsang. Die beiden Hausmeister arbeiten unermüdlich hier und dort. Sie reparieren alles und jedes mit einer Schere und einem Stückchen Draht.

Tag für Tag stehen die Köche um 3.00 Uhr morgens auf, um Tee und Mahlzeiten für die Kinder auf einem Holzofen und einem Kerosinkocher zuzubereiten. Meist wird das traditionelle Gerstenmehl Tsampa zu den unterschiedlichsten Rezepten verarbeitet, dazu ein bisschen Gemüse und ab und an Reis.

Viele der Nahrungsmittel für die Internatskinder werden von weit her importiert, denn im harten Klima von Zanskar wächst nur wenig von dem, was einem westlichen Organismus als vollwertige Mahlzeit erscheinen würde.



Das Projekt kennen lernen

Jamyang LingBernd Balaschus, der Begründer von Shambala Tours & Meditation, Shambala e.V. und dem Schulprojekt Jamyang Ling, ist exzellenter Kenner der buddhistischen Tradition und tibetischen Kultur, Zanskar- und Kailashexperte. Seit vielen Jahren ist er Reiseleiter für Neue Wege und begleitet unter anderem Gruppen nach Dharamsala, Zanskar und Tibet.

Finanziert wird die Jamyang Ling Schule ausschließlich über Spendengelder. Verantwortlich für die Schulverwaltung vor Ort ist das Komitee der Lungnak Association. Shambhala e.V. vermeidet es, in Beschlüsse des Lungnak Komitees einzugreifen. Der Verein stellt allein die Spendengelder zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen, Spenden und für weitere Informationen direkt an Shambala e.V.



Neue Wege bietet Ihnen mit der Reise "Zanskar Special" die Möglichkeit durch einen 7-tägigen Aufenthalt in Reru, unser Schulprojekt Jamyang Ling mit seinen Menschen und ihre Kultur intensiv zu erleben. Sie erfahren den gelebten Buddhismus, der Ihnen von Bernd Balaschus persönlich und durch seine langjährigen Freundschaften vor Ort, nahe gebracht wird.

Einen kurzen Einblick in das Projekt gewährt Ihnen auch die Reise "Der große Zanskar Trek", die sich mehr an die ambitionierten Wanderer richtet, die unterwegs Land und Leute kennen lernen wollen.

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