01.05.2018Teilen

Yogastile im Überblick I

Yoga - das ist mehr als nur Sport! Neben den verschiedenen Körperübungen „Asanas", Atemübungen „Pranayama" und der Meditation bzw. Entspannung „Shavasana“ beschreibt es außerdem auch eine grundsätzliche Lebenseinstellung. Dabei werden die Elemente körperliche Fitness, gesunde Ernährung, Entspannung, geistige Aktivität sowie Umweltsensibilität und Empathie miteinander in Verbindung gebracht. Dies führt zu einem besseren Körpergefühl und hat allgemein eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist.

Besonders in der heutigen Zeit, wenn unser Körper ständig aktiv ist, gefordert wird, sich entscheiden muss und von Reizen geradezu überflutet wird, ist es umso wichtiger sich immer wieder kleine Ruhepausen zu gönnen und zu sich selbst zurück zu finden. Dafür eignet sich Yoga hervorragend, denn damit können Sie lernen dem Körper und dem Geist den benötigten Ausgleich zu bieten.

Mittlerweile haben sich so viele verschieden Richtungen im Yoga gebildet, dass es gar nicht so einfach ist sich im Yoga-Dschungel zurecht zu finden. Im folgenden Beitrag stellen wir Ihnen einige Yoga-Stile vor! Doch das sind noch nicht alle. Im zweiten Teil folgen weitere Stile. Seien Sie gespannt!
 

Hatha-Yoga:

Hatha-Yoga stellt den Überbegriff für die körperbezogenen Formen des Yoga dar. Der Begriff „Hatha“ heißt dabei nichts weiter als Kraft, Ausdauer und Energie. Dieser Yoga wird in der westlichen Welt am häufigsten praktiziert. Die Übungen des Hatha-Yoga eignen sich gut, um Verspannungen abzubauen, Kraft, Beweglichkeit der Muskeln zu stärken und die Konzentration zu schulen. Es wird ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt.

 

Aerial-Yoga:

Aerial-Yoga bezeichnet eine bunte Mischung aus Luftakrobatik, Tanz, Pilates und Gymnastik. Dabei nutzt man von der Decke hängende, elastische Trapeztücher und kombiniert klassische Asanas mit akrobatisch anmutenden Übungen. Beim Aerial-Yoga macht man sich das Wechselspiel aus Schwerkraft und Schwerelosigkeit zu Nutze. Die Gelenke und die Wirbelsäule werden gestreckt und entlastet. Das Tuch hat außerdem eine Akupressur-Wirkung und stimuliert die Meridiane, also die Energieleitbahnen des Körpers. Alles in Allem ist das Aerial-Yoga ein moderner Yoga-Stil, der Kraft, Flexibilität, Leichtigkeit, viel Spaß und Entspannung vereint.

 

Anusara-Yoga:

Anusara wurde 1997 in den USA von John Friend entwickelt. Im Fokus steht dabei das sehr genaue Ausführen der Asanas. Das Besondere an den Asanas im Anusara-Yoga ist, dass die Abläufe an den modernen Menschen und seine Konstitution angepasst sind. Neben der körperlichen Kräftigung wird viel Wert auf die Herzensenergie gelegt. Der Stil des Anusara-Yogas wurde abgeleitet vom Iyengar-Stil und ist besonders gut für Yoga-Anfänger geeignet, da grundsätzlich jede Haltung mit großer Präzision angesagt und aufgebaut wird, was das Verletzungsrisiko minimiert. Für den Stundenaufbau ist typisch, dass der Lehrer in einem kleinen Vortrag ein philosophisches Thema aufgreift und es auf den Alltag überträgt. Dieses Thema bildet dann auch den Rahmen der Stunde.

 

Asthanga-Yoga:

Ashtanga-Yoga ist ein dynamisches Übungssystem, welches das Zusammenspiel von Körper, Geist und Atem fördert und immer in einer festgelegten Übungsabfolge (Serie) durchgeführt wird. Die Haltungen werden durch „Vinyasas“, das heißt atemsynchrone Bewegungsabfolgen, miteinander verbunden. Im Unterricht geht der Lehrer auf jeden Schüler individuell ein und lehrt ihn Yoga eigenständig zu praktizieren. Durch die genau aufeinander abgestimmten Übungsfolgen werden nach und nach alle Körperteile, Gelenke, Muskeln, Sehnen und das Bindegewebe angesprochen und ihre optimale Funktion aktiviert. Heute ist das Ashtanga-Yoga eine der bekanntesten Yogatraditionen der Welt, zählt jedoch auch zu den schwierigsten Richtungen des Hatha-Yoga.

 

Hormon-Yoga:

Der Hormon-Yoga wurde von der Brasilianerin Dinah Rodriguez entwickelt und soll Frauen ermöglichen sich durch bestimmte Übungen selbst zu helfen. Gezielte Körperübungen und Mediationen unterstützen den Körper dabei den Hormonspiegel im Körper auf natürliche und schonende Art und Weise auszubalancieren. Stimuliert werden dadurch zum Beispiel die Eierstöcke, die Schilddrüse oder die Nebennieren. Allgemein gefasst ist dieser Stil eine Kombination aus Hatha- und Kundalini-Yoga, sowie tibetischen Energieübungen. Mit den Übungen können Menstruations- oder Wechseljahresbeschwerden gemindert und sogar dem Kinderwunsch auf die Sprünge geholfen werden.

 

Detox-Yoga:

Der Begriff "Detox" kommt aus dem Englischen und ist von dem Wort detoxification, also Entgiftung abgeleitet. Die Übungen regen die Durchblutung und den Stoffwechsel an, dies erleichtert die Entgiftung. Die Asanas aktivieren dabei vor allem die Nieren, die Leber, die Haut, den Darm sowie die Schild- und Bauchspeicheldrüse, die Milz und die Galle. Besonders effektiv sind Übungen in gedrehter Position. Diese wirken wie eine innere Massage für die Organe. Auch die Atmung spielt eine wichtige Rolle, denn wenn der Sauerstoffgehalt im Körper steigt, können Giftstoffe schneller abtransportiert werden. Mehr zum Thema Detox-Yoga erfahren Sie im Video!

 

Dru-Yoga:

Dru-Yoga ist "Yoga des Herzens" und soll besonders dabei helfen Anspannung, Stress und Ruhelosigkeit, verursacht durch in der westlichen Welt vorherrschende Einflüsse, zu mindern. Es wird dabei nicht nur auf das Lösen körperlicher sondern auch mentaler Blockaden abgezielt. Dru-Yoga ist eine sehr sanfte Form des Yoga und besteht aus leicht erlernbaren Techniken. Sogenannte „Energy Block Release“ Übungen helfen dabei sowohl körperliche Steifheit und Unbeweglichkeit als auch seelische Blockaden wie Angst, Traurigkeit und Zorn langfristig zu lösen und die Emotionen auszugleichen und die Herzenergie zu stärken. Die besonders sanften Bewegungen des Dru-Yoga sind für Menschen jeden Alters und jeder Konstitution geeignet.

 

Iyengar-Yoga:

Im Iyengar-Yoga geht es vor allem, um eine präzise Ausführung der Asanas. Die exakte Ausrichtung des Körpers ist ebenso wichtig, wie das, der jeweiligen Asana entsprechende, Timing. Achtsamkeit und eine besondere Präzision, die eine physische und mentale Konzentration fordert, sind beim richtigen ausführen der Asanas notwendig. Einzelne Stellungen werden bewusst gehalten, damit sich die Wirkung entfalten kann. Der Körper wird mit Iyengar-Yoga in allen Bereichen gekräftigt und in ein Gleichgewicht gebracht. Steifheit und energetische Blockaden werden gelöst. Eine Besonderheit sind auch die verwendeten Hilfsmittel. Dazu gehören zum Beispiel Kissenrollen, Blöcke, Gurte, Rückenbänke und Wandseile. Diese helfen dem Körper, von Beginn an eine optimale Haltung zu erhalten. Ebenso ermöglichen die Hilfsmittel ein therapeutisches Üben für Menschen, die unter Beschwerden oder Einschränkungen leiden.