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Interview mit Yogalehrerin Adelheid Ohlig: Begründerin des Luna-Yoga

28.07.2018
Adelheid Ohlig

Unsere Yogalehrerin Adelheid Ohlig praktiziert und lehrt Yoga nicht nur seit den 1980er Jahren, sondern ist auch Begründerin des internationalen Luna-Yogastils. Im Interview erzählt Sie uns mehr über diesen besonderen Yogastil, ihren persönlichen Weg zum Yoga und ihre Erlebnisse auf den Yoga Reisen mit NEUE WEGE. 

 

Liebe Adelheid,
Wie bist du ursprünglich zu Yoga gekommen und wie kam es dazu, dass du Yogalehrerin geworden bist?

Als ich in Wien Mitte der 1960er Jahre Publizistik und Sprachen studierte, jobbte ich als Modell in der Kunstakademie. Dabei nahm ich Posen ein, die mir Freude machten. Einer der Assistenten fragte, ob ich Yoga mache. Das kannte ich nicht. An der Volkshochschule fand ich einen Kurs und Gefallen an dieser alten Philosophie. Bei Maharishi Mahesh Yogi, der die transzendentale Meditation auch den Beatles nahebrachte, lernte ich die Kraft des Stillwerdens schätzen. Yoga begleitet mich seither. Als Journalistin bereiste ich viele Länder unserer schönen Erde und wollte – neben der Politik, über die ich berichtete – die Gesundheitsmethoden indigener Völker kennenlernen. Ich beschäftigte mich mit Ayurveda, Akupunktur, schamanischen Ritualen und den Bewegungskünsten der Menschen in Afrika, Australien und Amerika. Ich entdeckte faszinierende Tänze, erkundete ihre Wirkungen und absolvierte Yogalehrausbildungen in Indien, Japan, Kanada und Deutschland – nie daran denkend, dass ich jemals Yoga unterrichten würde.

 

Du unterrichtest deine Schüler in Luna-Yoga. Was ist das Besondere an diesem Yogastil?

Luna-Yoga beschreibe ich gern als Körperkunst und Heilweise. Körperkunst finde ich einen schöneren Begriff als Körperarbeit. Denn im Luna-Yoga – das mit seinen Körperübungen zum Hatha-Yoga zählt – gehen wir kreativ mit Bewegung und Haltung um. Wie passen die Bewegungen, die Haltungen zu heutigen Menschen? Wie tun die Übungen dem individuellen Menschenkörper gut? Wie lässt sich Energie erspüren? Was sagen heutige Forschungen zu gesunder Bewegung und Haltung? Wie erleben wir Rhythmen und Zyklen? Schließlich sind wir nie gleich, wir wandeln uns, wie alles sich ständig wandelt. Lebenslust und Freude will ich mit Luna-Yoga wecken. Bei allen Übungen beziehe ich das Becken als Ursprung unseres Lebens mit ein. Alle Energiezentren – Chakra lautet der Sanskrit Begriff dafür – sind wichtig und wollen gepflegt werden. So kann Luna-Yoga heilsam auf die Funktionen, Rhythmen und Zyklen unseres Körpers, unseres Menschenlebens einwirken.

Bei meinen Kursen lege ich die Matten nach Möglichkeit zum Kreis, Symbol für Gleichwertigkeit. Eine neutrale Mitte mit Blumen und Kerze kann die Aufmerksamkeit zentrieren. Zudem schaue ich nach den Konstellationen der Gestirne, wähle Übungen nach dem Lauf der Planeten aus. Große Kraft liegt in der starken Medizin des Luna-Yoga: den Tänzen. Bei Aviva Steiner, einer israelisch-ungarischen Tänzerin lernte ich Fruchtbarkeitstänze, ließ mich von ihr im Einzelunterricht ausbilden und integrierte ihre Methode ins Luna-Yoga. Luna-Yoga ähnelt einem Baum: Die Wurzeln liegen im Yoga, den Stamm bilden Aviva Steiners Tänze, die Äste wuchsen durch meine körpertherapeutischen Aus- und Weiterbildungen, Zweige formen sich mit jeder neuen Forschung zur Gesundheit, Blätter und Blüten entfalten sich in jedem Kurs neu, die Früchte tragen schließlich die Teilnehmenden als Wohlbefinden und neue Lebenslust in Form verschiedener Fruchtbarkeiten nach Hause.

 

Wir erhalten immer wieder Anfragen von Männern, die sich für Luna-Yoga interessieren. Viele denken jedoch, dieser Yoga-Stil ist nur für Frauen geeignet. Können Männer auch Luna-Yoga üben und wenn ja, gibt es Unterschiede in der Übungsweise?

Der Mond scheint auf uns alle – Frauen wie Männer. Auch wenn Frauen durch ihren Menstruationszyklus deutlicher Lebensrhythmen erfahren, so kennen auch Männer unterschiedliche Befindlichkeiten, Stimmungen, Launen. Das Wort Laune kommt von Luna. Unser Erdtrabant zeigt uns immer wieder deutlich Wandlungsphasen. Yoga meint ja nicht nur die Verbindung von Körper, Geist und Seele, sondern bezieht sich gleichermaßen auf unser Eingebunden sein in den Kosmos. Das betrifft uns alle. Da Luna-Yoga das Individuelle betont, unterrichte ich einerseits recht genau und weise andererseits darauf hin, dass jeder im eigenen Rhythmus eine Übung gestalten möge. Freundlich mit sich selber sein führt zu verbesserter Körperwahrnehmung. Der eigene Körper wird zum Freund.

 

Du begleitest seit Beginn von NEUE WEGE unsere Gäste auf Yoga-Reisen. Was ist für dich das Besondere daran, mit NEUE WEGE zu verreisen?

Neugierig wie ich bin, freue ich mich bei jeder NEUE WEGE Reise zum einen auf die Teilnehmenden und zum anderen auf einen schönen Ort. Bei NEUE WEGE Ferien kann man zusätzlich zum Yoga-Angebot an sonnigen Stränden spazieren, prachtvolle Bergwelten begehen, wundervolle Wanderungen unternehmen, gesundes Essen genießen, mit dem herzlichen Hotelpersonal plaudern, im Heu saunieren, im Meer baden, zu heimischen Kräutern geführt werden, dem Weltkulturerbe der sardischen Gesänge lauschen, neue Freundschaften schließen und vieles mehr.

 

Gibt es ein besonderes Erlebnis einer Reise, das dich noch heute zum Schmunzeln bringt oder an das du gerne zurück denkst?

Denke ich an die Ayurveda-Behandlungen in Indien und Sri Lanka, spüre ich sogleich das warme Öl auf meiner Haut; erinnere ich mich an das Hotel Galanìas auf Sardinien höre ich innerlich die Gesangsgruppe des Hausherrn; in Südtirol führte uns die Hausherrin durch ihren Alpengarten und erklärte die Heilwirkungen eines jeden Krauts und als wir fast alle dort im Heu badeten und mit Ziegenbutter eingerieben wurden, dufteten wir gar köstlich.

 

Zu guter Letzt, hast du eine Yogaweisheit oder Übung, die du unseren BlogleserInnen mitgeben möchtest?

„Da alles ist, wie es ist: vollendet in seiner Form, flüchtig in seiner Erscheinung, können wir getrost in Gelächter ausbrechen“, meinte mein japanischer Yogalehrer Masahiro Oki in Mishima Anfang der 80er Jahre. Mit diesem Spruch im Hinterkopf kann das Leben leicht werden. Voller Vorfreude auf weitere wundervolle Reisebegegnungen mit NEUE WEGE danke ich für das Interview.

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