24.11.2018Teilen

Interview mit Yogalehrerin Shyney Vallomtharayil

Unsere Yogalehrerin Shyney Vallomtharayil lebt in Deutschland und auf Lanzarote und praktiziert seit ihrer Kindheit Yoga. Neben dem Yoga hat sie eine besondere Verbindung zum Ayurveda. Nächstes Jahr hat sie ihre erste NEUE WEGE Reise ins Bethsaida Hermitage in Kerala, in dem Land ihrer Wurzeln.

Lesen Sie im Interview wie Shyney zum Ayurveda und Yoga kam, auf was sie sich auf ihrer ersten Reise mit NEUE WEGE besonders freut und was das Besondere an ihrem Yogastil Patanjali ist.

Liebe Shyney,
1. du bist in Deutschland geboren und aufgewachsen, doch deine Wurzeln liegen in Kerala, Süd-Indien. Bereits in deiner Kindheit bist du mit Ayurveda und Yoga in Berührung gekommen. Möchtest du uns erzählen wie es dazu kam?

Ja, das stimmt. Ich habe mit ca. 3 Jahren die Diagnose Neurodermitis erhalten. Danach begann mein jahrelanger Leidensprozess, inkl. einer Odyssee der Schulmedizin, einigen Diäten und Schmerzen trotz ständigem Cortison. Die Verwandten gaben uns den Rat, mich mit Ayurveda in Indien behandeln zu lassen. Mein Leben veränderte sich, oder besser: alles veränderte sich. Innerhalb kurzer Zeit verspürte ich große Verbesserung.

 

2. Durch deine ersten Ayurvedischen Behandlungen in deiner Kindheit wurde deine Leidenschaft zum Ayurveda entfacht, wie ging es danach weiter?

Ich wollte verstehen, was die Ärzte mit mir anstellten. Denn das war komplett anders als ich es bisher kannte. Brennend interessierte mich, was mein Leben wieder lebenswert machte und warum diese Behandlungen funktionierten. So begann ich mit meinen Ausbildungen bereits als Kind/ Jugendliche, später dann die Ausbildung zur Yogalehrerin. Denn Ayurveda und Yoga sind Schwestern.

 

3. Hättest du damals schon erwartet, dass dich diese Themen bis in das Erwachsenenalter begleiten werden würden?

Vom Hotel Estalagem aus, können Sie die farbenprächtigen Sonnenuntergänge über dem Meer beobachten

Nein, soweit habe ich nicht gedacht. Ich wollte einfach nur mein Leben verstehen. Dass ich mal mit Ayurveda Geld verdienen könnte – das war überhaupt nicht präsent. Vielmehr wollte ich eine „ordentliche“ Ausbildung. So bin ich Bankkauffrau geworden. Da mich parallel natürlich Ayurveda und Yoga nie losgelassen haben, absolvierte ich später die Ausbildung zur Heilpraktikerin. Ich habe meine Berufung zum Beruf gemacht und bot meinen Patienten in meiner Praxis viel Hilfe mit Ayurveda und Yoga. Ich konnte helfen, das jahrtausendealte Wissen in den modernen Alltag des Westens einzubinden.

 

4. Neben der Ausbildung als Bankkauffrau, im Ayurveda und als Heilpraktikerin, hast du ein Studium in Bildungswissenschaften absolviert. Wie verbindest du das Wissen aus diesen Ausbildungen miteinander?

Noch nicht ganz, hahaha. Denn derzeit schreibe ich meine Bachelor-Arbeit. Dort geht es übrigens um einen Yoga-Kurs im Bereich des E-Learning, Online-Learning. Natürlich aus bildungswissenschaftlicher Sicht.

Es gibt viele Brücken. Meine beiden Leidenschaften: Einerseits Ayurveda, Yoga, Achtsamkeit und Selbstliebe. Andererseits Lernen & Lehren. Beides ist meine Passion. Meine Yoga-Richtung ist der Weg des Patanjali. Neben dem Raja-Yoga beschreibt er Bhakti-Yoga, Karma-Yoga und eben Jnana-Yoga. Das im Westen eher bekannte, körperbetonte Hatha-Yoga ist nur ein kleiner Teil des Raja-Yoga.

Unter Jnana-Yoga wird der Weg des wahren Wissens verstanden. Wissen und Wissensvermittlung spielen eine große Rolle. Ebenso in der Bildungswissenschaft, denn in der heutigen digitalisierten Welt werden wir ständig mit Wissen und Informationen konfrontiert. Wir werden derzeit als „Informationsgesellschaft“ bezeichnet. Ich finde es höchst spannend und inspirierend, beide Wissenschaften zu vergleichen und zu verbinden. Und es hat eine so unglaubliche schöpferische Kraft, die modernen Probleme unserer Zeit mit dem alten Wissen aus Ayurveda und Yoga zu lösen! Deswegen bin ich die Brückenbauerin! Zwischen West und Ost, zwischen Schulmedizin und Ayurveda & Yoga, zwischen Kopf und Herz. Zwischen Krankheit und Gesundheit. Zwischen Lernen und Lehren. Zwischen Wachstum und Dankbarkeit.

 

5. Du hast die CD „Sattva – Entspannung mit Shyney“, herausgebracht, was erwartet uns beim Hören dieser CD?

Die CD habe ich aufgenommen, denn meine Kunden fragten immer nach einer Möglichkeit, mit mir zu Hause weiterzumachen. Es war ein sehr spannendes Projekt, und mit dem Tonstudio habe ich einen sehr kompetenten Partner gefunden, um die CD aufzunehmen. Demnächst wird sie zudem digital erwerbbar sein.

Sie bietet eine Mischung aus Entspannungstechniken sowie Atemübungen, die ich zunächst erkläre und dann inklusive Zähltakten anleite. Außerdem warten zwei Phantasiereisen, die ich selbst geschrieben habe. Alles ist unterlegt mit Entspannungsmusik. Die HörerInnen haben jederzeit die Möglichkeit, beispielweise nur eine einzelne Übung auszuwählen.

Mit dieser CD findet man zur Ruhe, genießt die Leichtigkeit des Loslassens und spürt seinen Atem als kraft- und lebensspendenden Mittelpunkt seines Seins.

 

6. Kannst du uns kurz erklären was Sattva bedeutet und wie Yoga damit in Verbindung steht?

Sattva stammt aus dem Sanskrit, der alt indischen Sprache. Dieses Wort ist in der indischen Philosophie, dem Hinduismus und im Yoga fest verankert. In der Lehre der drei Gunas – Rajas, Tamas und Sattva – stellt Sattva das höchste dar.

Es hat viele Bedeutungen: Harmonie, (innere) Ausgeglichenheit, Reinheit, das Seiende, Klarheit, die Farbe Weiß, erhellend, vertreibt das Dunkel und das Böse, es schenkt Freude. Es steht außerdem für Wahrhaftigkeit, Weisheit und verschafft Erkenntnis und Erlösung.

Um Sattva zu erlangen und zu stärken zielt Yoga darauf ab, den Geist im vollen Umfange zu kontrollieren und zu beruhigen. Er soll zunächst in Einklang mit dem Körper gebracht werden, um dann Erlösung für die Seele zu erlangen. Dies geschieht durch Asanas (Körperübungen), Pranayama (Atemtechniken), Kriyas (Reinigungsrituale), Meditationen und vieles mehr.

 

7. Aus deinen bisherigen Reiseerfahrungen: Was macht dir am meisten Freude bei der Kombination Yoga zu unterrichten und zu reisen?

Den meisten TeilnehmerInnen tut es einfach gut, aus dem normalen Alltag und dem Berufsalltag heraus zu kommen. Viele äußere Stressfaktoren sind auf den Reisen nicht vorhanden oder minimiert. So können sie sich viel einfacher auf das konzentrieren, was das Wichtigste ist: Sie selbst! Auf den Reisen kann man die Yoga-Übungen viel freier genießen, ohne Druck und so wirken die Übungen viel tiefer und nachhaltiger. Die Erfahrungen und Bilder der Reisen wirken meist noch sehr lange nach. Und auch mir bereitet es besonders große Freude, diese Erfahrungen zu begleiten.

 

8. Im Februar 2019 geht es für dich mit auf Yoga-Reise ins Bethsaida Hermitage in Kerala. Auf was freust du dich bei deiner ersten NEUE WEGE Reise besonders?

Ich freue mich sehr auf die Reise! Zum einen ist die Kombination aus Ayurveda und Yoga hervorragend. Die Ayurveda-Behandlungen werden sehr sanft begleitet und unterstützt. So verstärkt sich die Wirkung der Ayurveda-Behandlung und der Yoga-Übungen gegenseitig. Zum anderen bin ich natürlich von dem Ort begeistert.

Kerala –„God’s own country“ – ist nämlich die Heimat meiner Eltern und der Ort meiner Ahnen, meiner Wurzeln. Kerala ist nicht nur der grünste Bundesstaat Indiens, sondern Ayurveda wurde nur hier flächendeckend in Lehre und Behandlung fortgeführt. Denn während der Kolonialzeit haben die Engländer Ayurveda verboten und die Schulmedizin eingeführt. Kerala hat Ayurveda jedoch immer hochgehalten und traditionell bewahrt. Außerdem wachsen durch die Vegetation die meisten Heilpflanzen in Kerala. Daher können in Kerala manche Behandlungen angeboten werden, die in anderen Teilen Indiens nicht möglich sind, z.B. weil die frischen Blätter bestimmter Pflanzen benötigt werden.

Ich selbst spreche die Landessprache Malayalam fließend. Somit kann ich den TeilnehmerInnen auch sprachlich helfen. Die fünftägige Rundreise vor der Ayurveda-Kur wird begeistern, davon bin ich vollstens überzeugt, denn Kerala ist einfach wunderschön.

 

9. Bei deiner Reise ins Hotel Estalagem im November 2019 wirst du Patanjali unterrichten, was genau erwartet deine Teilnehmenden bei dieser Yoga-Richtung?

Diese Yoga-Richtung ist auch für AnfängerInnen gut geeignet. Es geht nicht darum, den Körper maximal zu verbiegen. Vielmehr geht es darum, die innere Ruhe und Kraft zu steigern, Anspannungen zu lösen und Entspannung zu erzeugen. Blockaden werden durch Übungen des Körpers und des Atems gelöst. Sie wirken tiefgreifend und nachhaltig. Auch der Geist findet zur Ruhe. Zudem erhalten die TeilnehmerInnen Einblick in das Wissen und die Theorie hinter dem Weg des Patanjali.

 

10. Deine Mission ist: „Ojas und Vitality in dir zu stärken, dich zum Strahlen zu bringen, dich gesund und glücklich zu machen!“ Hast du einen Alltagstipp für unsere LeserInnen wie sie ihre Ojas stärken können?

Ja, meine Mission ist: „Shyney up your life!“, indem das Ojas und die Vitality gestärkt wird. Ein profaner Tipp, der aber durchaus schwierig sein kann:

Liebe dich selbst. Liebe dich, wie du bist! Versuche kein anderer zu sein. Liebevoll mit sich umzugehen bedeutet auch, dass man zwar selbstkritisch sein kann, aber beurteile und verurteile dich nicht ständig. Halte deine positiven Eigenschaften hoch. Nicht nur an den Tagen, an denen du etwas Großartiges erreicht hast, sondern jeden Tag.

Und: Lächele, Lache, Strahle! Keep Shyneying eben :-)