03.07.2018Teilen

Lebensenergie mit Yoga Flow – Reisebericht aus dem Hotel Galanìas

Dies war bereits mein zweiter Aufenthalt auf dem Inselparadies Sardinen. Sardegna gehört zwar zu Italien, doch betrachten sich die Sarden mit vollem Stolz als eigenes Volk. Wem die Karibik zu weit ist, der kann diese wundervolle europäische Insel mit traumhaften Sandstränden sowie glasklarem türkisblauen Wasser für seinen Urlaub wählen. Die Vorfreude war groß und ich war gespannt auf meine neuen Yogis.

Kaum angekommen im Hotel Galanìas wurde ich erst einmal herzlichst auf Deutsch von der überaus netten Mitarbeiterin Sandra, eine in Deutschland aufgewachsene Sardin, begrüßt und dann noch einmal auf Italienisch von Ilario, dem Hotelchef: „Benvenuto a casa – Willkommen zu Hause!“.

Diese Begrüßung und vieles mehr waren genau das, was diese auf drei Ebenen kaskadenförmige Hotelanlage mit angrenzendem Garten-Bungalowdorf schon bei meinem ersten Besuch so besonders machte – die gastfreundliche Herzlichkeit. Dies wurde mal wieder übertroffen durch die Geduld und Freundlichkeit sowie persönliche Betreuung am Tisch vom restlichen Personal. Das Vier-Sterne-Resort überzeugt mit seiner abgeschiedenen Lage, angenehm ruhigen Hotelgästen und fußläufigen Meeresnähe. Vom Yoga-Pavillon, der oberhalb der Anlage thront, ganz zu schweigen.

Eine neue Erfahrung für mich, nach nun fast 18 Yoga-Reisen, war, dass sich die Gruppe aufgrund der Flugzeiten erst am nächsten Morgen beim Yoga zusammenfand. Erfreut hat mich am ersten Morgen das Wiedersehen mit einer Teilnehmerin, die bereits in Andalusien mit dabei war und einer meiner Teilnehmerinnen aus Leipzig. Es war dieses Mal eine kleine Gruppe von fünf Frauen aus Deutschland und der Schweiz, was den Vorteil hatte, noch mehr und individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen zu können. Natürlich braucht dies etwas Zeit und das gestresste, Termin getaktete und auf Leistung getrimmte Alltagsleben (gerade in Deutschland) war die ersten Tage noch deutlich zu spüren.

Der Pool des Hotels Galanìa ist umgeben von Palmen

So wurden die ersten Yoga-Einheiten bewusst ganz sanft gestaltet und die Prämisse lag auf der Entspannung und dem „Ankommen im Jetzt“. Die Herausforderung für manch einen lag dann bereits darin festzustellen, dass Yoga nicht nur biegsame und kraftvolle Körperübungen, sondern auch eine Geistesdisziplin ist. Diese hat das Ziel, die mentale und emotionale Verfassung mehr zu beobachten, sich auf den Atem zu konzentrieren und durch eine achtsame Körperpraxis wieder in Einklang zu bringen. Da jeder in einer anderen Verfassung anreiste, der eine mit etwas schwierigeren Themen und der andere schon entspannt von einer vorherigen Urlaubsrundreise, gestaltete sich das Einlassen prozesshaft individuell.

Alles braucht seine Zeit und diese war durch eine intensive Yoga-Seminarpraxis von vier Stunden am Tag intensiver möglich als in einem 90 minütigen Yoga-Kurs einmal in der Woche im Alltag. So gab es auch mal den einen oder anderen Muskelkater.

Um den Energiefluss mehr anzuregen und die Muskulatur und Emotionen zu lockern, gab es am zweiten Abend eine „Osho Kundalini Meditation“ bestehend aus den Elementen Schütteln, Tanzen, Meditation und Entspannung und gefolgt von einer Yin-Yoga-Abendpraxis.

Um erst einmal im Körper weich zu werden und den Ablauf zu verinnerlichen, gestalteten sich die Morgen-Einheiten langsam stetig aufbauend mit Sonnengrußvariationen gefolgt von einem fließenden Atemrhythmus. Das Highlight war dann eine Vinyasa-Flow Yoga-Praxis am Strand mit angenehmer Abkühlung im türkisblauen Meer am Ende der Woche.

Die Zeit zwischen den Yoga-Einheiten stand zur freien Verfügung und es brauchte nicht mehr als diesen wundervollen Strand von Torre di Bari. Wir alle hatten das Gefühl, dass dieser Strand von Tag zu Tag immer schöner wirkte mit seinem einladenden Pinienwäldchen, dem türkis-glasklarem Wasser und der Weite. Der Vorteil im Juni ist, dass der Strand kaum überlaufen ist. Einige aus der Gruppe erkundeten mit dem Mietwagen auch mal etwas die Umgebung, fuhren ins nahegelegene Lanusei oder in die Hauptstadt Cagliari oder gönnten sich eine der wohltuenden Massagen.

Mitten in der Woche konnte die Gruppe am „Galana Abend“ in die Kultur des Landes eintauchen mit sardischen Akapella-Tenor-Gesängen gefolgt von sardischen folkloristischen Tänzen. Die Klänge hatten etwas uriges, archaisches und angenehm Sentimentales. Einige Tänzerinnen trugen Trachten und wir wurden in die Schritttechnik des Tanzes herangeführt.

Jeden Abend wurden wir verwöhnt mit einem herrlichen Fünf-Gänge-Menü bestehend aus Antipasti Buffet, verschiedensten sardischen Pasta-Variationen gefolgt von vielen landestypischen Fischspezialitäten und natürlich die „Dolci“, die leckeren Süßspeisen, nicht zu vergessen. So hat sich im Laufe der Woche ein bisschen das Wochenmotto herauskristallisiert: „Dolce far niente!“ Das süße Nichtstun – einfach mal nichts tun, nichts leisten zu müssen, sein können, so wie man ist.

Im Yoga sagen wir dazu „Namasté“ - „Nama“ heißt verbeugen, „as“ heißt ich und „te“ heißt du. „Ich verbeuge mich vor dir!“ bzw. „Ich sehe den göttlichen Anteil in dir.“ Das ist natürlich erst möglich, wenn ich mich mir fern jeglicher Ablenkungen widmen kann, meinem Herzen, meiner göttlichen Quelle und mich ganz in diesem einen Moment annehme. Dieser Ort war wie geschaffen dafür. Somit kann dieser Funke dann auch im anderen gesehen werden.

Die letzte Yoga-Einheit schloss mit einem kleinen Frauenkreis ab. Wir tanzten, umarmten uns, hielten unsere Hände und nahmen uns als ganze Wesen wahr. Wir schauten einander in die Augen und da war er der Funke, wie ein Lächeln in den Augen, und wenn es nur für diesen einen Moment war, so bleibt dieser im Herzen verankert für die Ewigkeit.

In diesem Sinne und in tiefer Dankbarkeit – Namasté!

 

Eure

Kristine Laß

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

NEUE WEGE Yogalehrerin Kristine Laß