24.07.2019Teilen

Wundervolle Wochen im Nattika Beach Resort in Kerala

Wir haben im Juni 2019 eine zweiwöchige Panchakarma Kur im wunderschönen Nattika Beach Resort in Kerala, im Süden von Indien gemacht. In dieser Zeit ist der Monsun eigentlich am stärksten. Aber auch in Kerala hat der Klimawandel Einzug gehalten, so dass es viel trockener war, als wir erwartet haben. Es hat tagelang am Stück überhaupt nicht geregnet oder nur nachts. Wir hatten nicht einen Tag, der komplett verregnet war. Wenn man die Anlage während des Monsuns besucht, muss einem allerdings klar sein, dass das Schwimmen im Meer aufgrund der gefährlichen Brandung und Unterströmungen kein Thema ist. Wasserratten können auf den Pool ausweichen. Auf Wunsch wird sogar der Whirlpool angeschmissen :-).

Die Luftfeuchtigkeit ist zu dieser Zeit immer sehr hoch. Das ist für die Panchakarma-Kur sehr zuträglich, da man ja auch über die Haut entgiftet. Nicht so praktisch ist es für Anziehsachen, welche man auswäscht und kaum noch trocken bekommt ;-). Da empfiehlt sich allerdings der hauseigene Reinigungsservice, welcher schnell und günstig die Reisegarderobe wieder fit macht.

Das Hotel Nattika Beach, in welchem man liebevoll mit einer Segnung, einem Blumenkranz und einer Trinkkokosnuss empfangen wird, ist sehr großzügig angelegt. Es gibt unzählige Palmen und viele andere wunderbare Blühpflanzen. Alles wird in mühevoller Handarbeit gehegt und gepflegt. Man hört den ganzen Tag die Vögel (überwiegend Krähen) und auch die gestreiften Eichhörnchen, welche interessante Ruflaute von sich geben. Eines Abends ist uns sogar mitten auf dem Weg zum Bungalow eine riesige Krabbe über den Weg gelaufen und zwei Pfaue haben wir direkt neben unserem Bungalow auch gesehen :-).

Wir hatten einen großen Einzelbungalow (Nr. 102) mit sehr schönem offenen Bad. Für uns die perfekte Wahl, weil wir gerne ungestört von direkten Nachbarn unseren Aufenthalt genießen wollten.

Der Palmengarten des Nattika lädt zum Entspannen ein

Auf dem Gelände empfängt man WiFi nur an der Rezeption und in der Beach Lounge. Das tut sehr gut und verhindert, dass man jede freie Minute online verbringt, anstatt die Nachwirkungen der Behandlungen bewusst zu geniessen. Denn diese sind wirklich toll. Für uns persönlich war es nur etwas zu Beginn etwas stressig, da wir kurz nach der Anreise mit rund 30 Stunden ohne Schlaf die Erstkonsultation in der Ayurveda-Klinik hatten. Aber das super freundliche und kompetente Ärzteteam ist sehr gut auf uns eingegangen und war sehr geduldig. Wir waren absolut begeistert, wie viel Zeit sich die Ärzte für die Kurgäste nehmen. Neben der ausführlichen Erst- und Abschlusskonsultation sieht man "seine" Ärzte jeden Tag! Manchmal sogar mehrmals, falls zwischendurch Korrekturen am Behandlungsplan erforderlich sind.
Und auch die Therapeuten sind großartig. Dass man die gleichen Therapeuten für den gesamten Aufenthalt hat, schafft viel Vertrauen und stellt sicher, dass Unregelmässigkeiten gleich auffallen und umgehend dem Ärzteteam mitgeteilt werden. Wir haben uns extrem gut aufgehoben gefühlt. Auch der Reinigungstag selbst war nicht so "schlimm", wie man sich vielleicht vorher ausgemalt hat. Unangenehm natürlich, aber durch die liebevolle Betreuung wusste man, es kann einem nichts passieren.
Auch das Yoga-Programm ist auf die Ayurveda-Kur abgestimmt. Zumindest im Hinblick auf die Tageszeiten. Morgens (Kapha-Zeit) gibt es ein anstrengenderes Programm, am Nachmittag ein Ruhigeres (Vata-Zeit). Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass mehr Modifikationen angeboten werden für Beginner, denn der Unterricht war sehr indisch traditionell und barg doch für Anfänger das eine oder andere Verletzungsrisiko. Toll dagegen waren die Meditations- und Pranayama-Lektionen sowie das Mantra-Singen.

Das Essen im Hotel war sehr gut, wir hatten nur an einigen, wenigen Tagen Mühe, etwas Passendes zu finden. Wer allerdings ein klassischer Brot-/Brötchen-Frühstücker ist, muss sich recht stark umstellen beim Angebot am Morgen. Man muss sich einfach darauf einlassen, und dann vielleicht doch mal ein Porridge probieren oder auf Früchte ausweichen ;-).
Die vom Ernährungsspezialisten zu Beginn der Kur erhaltenen Empfehlungen für die Mahlzeiten (basierend auf den Disbalancen bei den Doshas) sind klar formuliert, so dass man ihnen recht einfach folgen kann. Zweimal die Woche gibt es Kochvorführungen, bei welchen man Fragen stellen und die Gerichte probieren kann.
Wir haben uns auch das neue Kochbuch des Chefkochs mitgenommen, welches er netterweise für uns mit einer kleinen Widmung versehen hat.

Für uns waren die zwei Wochen eine wirklich tolle und bereichernde Erfahrung. Mein Mann konnte für seine Beschwerden glücklicherweise eine deutliche Verbesserung feststellen. Ich selbst habe mich bei der Abreise in Summe wohler und relaxter gefühlt, meine konkreten Beschwerden konnten während dieser kurzen Zeit aber nur leicht gelindert werden. Immerhin habe ich ein besseres Verständnis für die Ursachen bekommen. Ich werde mich jetzt auf Basis der Empfehlungen des Ärzteteams hier weiter damit beschäftigen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Yvonne L.