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title: Interview mit Silvia Hees
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date: 2026-10-22
modified: 2026-10-22
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# Interview mit Silvia Hees

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3. Interview mit Silvia Hees

  22.10.2026

 **„Fasten schafft Raum“**
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**Silvia Hees über Basenfasten an der Mosel**
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 Eine Woche lang nur Obst, Gemüse, Salate und Kräuter, dazu Wanderungen, Yoga und Zeit zum Durchatmen: So sieht Basenfasten nach der Original Wacker-Methode® in der Halfenstube an der Mosel aus. Gastgeberin Silvia Hees erzählt, wie die Fastenwoche abläuft, warum sie den Blick auf die eigenen Essgewohnheiten verändert und warum es in der Gruppe leichter fällt als allein zu Hause. Außerdem verrät sie, wie sich die neuen Routinen nach der Woche im Alltag halten lassen.

  ![](https://www.neuewege.com/fileadmin/_processed_/8/6/csm_Hotel_Halfenstube_November_2024_MG_7773_89759aad36.jpg)

 **Warum entscheiden sich Menschen für eine Fastenwoche?**

Silvia Hees: Fasten ist ja uralt. Die Fastenzeit vor Ostern kennt fast jeder und gerade im Frühjahr und Herbst haben viele das Bedürfnis, Ballast abzuwerfen und neu anzufangen. Bei unseren Gästen sind die Gründe aber meistens ganz alltäglich. Morgens die Kinder zur Schule bringen, dann acht Stunden Arbeit, abends noch einkaufen und kochen: Da bleibt für einen selbst kaum etwas übrig. Fasten schafft Raum und zwar nicht nur auf dem Teller. Wenn du eine Woche lang bewusst auf vieles verzichtest, wird es auch im Kopf ruhiger. Keine Termine, kein Haushalt, keine hundert Entscheidungen am Tag. Plötzlich hast du Zeit, Gedanken zu Ende zu denken, die immer wieder untergehen. Du spürst deinen Körper wieder: wann du müde bist, wann du Bewegung brauchst, wann Hunger nur Unruhe oder Stress ist. Und weil nichts mehr ablenkt, bleibt Platz für das, was sonst zu kurz kommt: ein langer Weg durch die Weinberge, ein offenes Gespräch mit Menschen, die du gerade erst kennengelernt hast, oder einfach eine Stunde, in der du nichts musst. Viele unserer Gäste nutzen die Woche auch, um sich zu fragen, was ihnen im Leben eigentlich guttut.

Manche wollen raus aus alten Mustern, also weg vom Kaffee am Morgen, der Schokolade am Abend oder dem Snack zwischendurch. Andere möchten sich körperlich leichter fühlen.

**Wie erklären Sie Basenfasten jemandem, der noch nie gefastet hat?**

Silvia Hees: Basenfasten ist Fasten mit Obst und Gemüse. Entwickelt haben es Sabine Wacker und ihr Mann Andreas. Anders als beim klassischen Heilfasten, wo es nur Säfte, Brühe und Tee gibt, isst man richtig und wird satt. Deshalb ist es auch für Einsteiger gut geeignet.

Bei uns kommen nur Obst, Gemüse, Salate, Kräuter, Keimlinge, Kartoffeln und ein paar Nüsse und Samen auf den Tisch. Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Brot und Nudeln, Zucker, Kaffee und Alkohol lassen wir weg. Unser Küchenteam kocht mit dem, was die Mosel gerade hergibt, also regional und saisonal. Dazwischen trinkt man viel Wasser und basischen Kräutertee.

Bewegung gehört genauso dazu. Wir wandern gemeinsam auf dem Moselsteig und den Traumpfaden durch die Weinberge, machen Yoga und Faszientraining. Danach geht’s in die Sauna: Im alten Weinkeller unserer Villa haben wir eine finnische Sauna, eine Bio-Sauna und ein Dampfbad, und im Garten wartet der beheizte Außenpool. Einkaufen, kochen, Touren planen: Das übernehmen wir. Die Gäste kommen an und müssen sich um nichts mehr kümmern.

**Was bringt eine Fastenwoche wirklich?**

Silvia Hees: Die ersten zwei Tage sind für viele anstrengend. Das liegt meist am Verzicht. Wer jeden Tag ein paar Tassen Kaffee trinkt, bekommt ohne ihn oft Kopfschmerzen, ist müde oder gereizt. Das ist normal und geht nach ein paar Tagen vorbei. Viel Wasser, Kräutertee und frische Luft helfen. In diesen Tagen merkst du auch, wie sehr dich Kaffee und Zucker durch den Alltag getragen haben.

Danach wird es für die meisten leichter. Viele Gäste erzählen, dass sie sich ab dem dritten oder vierten Tag wacher und ausgeglichener fühlen und besser schlafen. Auch der Geschmack verändert sich: Ohne Zucker schmeckt ein Apfel plötzlich süßer und ein Teller Ofengemüse wird zum Genuss.

Am meisten überrascht viele die Leichtigkeit. Nicht ständig ans nächste Essen denken, nichts optimieren, nichts leisten. Das ist befreiend. Die Gedanken werden klarer und kleine Dinge machen wieder Freude, etwa die Sonne auf der Terrasse, ein Gespräch beim Tee oder der Blick vom Weinberg ins Tal. Du merkst, wie wenig du zum Zufriedensein brauchst.

Die Woche zeigt dir auch, wofür du Essen sonst nutzt: als Trost, Belohnung oder Pausenfüller. Das ist oft der eigentliche Aha-Moment. Am Ende steht das Gefühl „Ich habe das geschafft“, und dieses Vertrauen in dich selbst ist für uns der größte Gewinn. Ums Abnehmen geht es nicht. Du nimmst mit nach Hause, wie gut dir Gemüse, Bewegung und Ruhe tun.

**Warum fällt Fasten in der Gruppe leichter als allein zu Hause?**

Silvia Hees: Zu Hause steht dein Kühlschrank voll, die Familie isst Nudeln, und die Kollegen bringen Kuchen mit ins Büro. Da durchzuhalten ist schwer. Bei uns sind höchstens zwölf Leute in der Gruppe, alle essen das Gleiche, und bei Fragen ist unser Team da. Wir wandern zusammen und stimmen das Yoga auf die Gruppe ab. Das gibt Halt, und gerade am zweiten oder dritten Tag, wenn es mal zäh wird, hilft es enorm, nicht allein zu sein.

Abends sitzen viele unserer Gäste im Wohnzimmer der Villa beim Tee zusammen, tauschen Rezepte aus und erzählen, wie es ihnen mit dem Verzicht geht. Da treffen Menschen aufeinander, die etwas Ähnliches suchen, aber ganz unterschiedlich leben, und daraus entstehen Gespräche, mit denen vorher keiner gerechnet hätte. Und wenn du Ruhe brauchst, ziehst du dich in die Ruheräume im Gewölbekeller oder auf dein Zimmer zurück. Diese Mischung aus Austausch und Rückzug macht für uns eine gelungene Fastenwoche aus.

**Und was empfehlen Sie für die Zeit danach?**

Silvia Hees: Krempel nicht von heute auf morgen alles um, das hält kaum jemand durch. Such dir lieber ein, zwei Dinge raus, die sich gut angefühlt haben, und bleib dabei. Zum Beispiel morgens Obst statt Brötchen, mittags eine große Schüssel Salat, abends ein Blech Ofengemüse. Oder koch dein Lieblingsgericht aus der Fastenwoche zu Hause nach. Und halte dir den Raum frei, den du in der Woche gewonnen hast: 20 Minuten Spaziergang nach Feierabend statt direkt aufs Sofa, ein Abend pro Woche ohne Termine. Wenn du nur eine kleine Veränderung mitnimmst, die auf Dauer zu deinem Leben passt, hast du schon viel gewonnen.

[**zum Basenfasten in der Halfenstube**](https://www.neuewege.com/europa/deutschland/basenfasten-nach-wackerr-an-der-mosel/)

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