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title: Reisen und Alleinsein mit Paartherapeutin Nadja von Saldern
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date: 2026-09-25
modified: 2026-10-23
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  - Inspiration
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# Reisen und Alleinsein mit Paartherapeutin Nadja von Saldern

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  25.09.2026 Paartherapeutin Nadja von Saldern

 "**Und wenn alle draufgehen: Ich bin weg.“**
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Paartherapeutin Nadja von Saldern über Reisen und Alleinsein. Und warum man erst bei sich ankommen muss, bevor man sich anderen wirklich zeigen kann.

  ![](https://www.neuewege.com/fileadmin/_processed_/3/d/csm__O9A9752_a4a162c8a0.jpg)

Mein Schlüsselmoment kam, da war ich 39 Jahre alt und mein jüngstes Kind war sechs. Wir hatten gerade ein Haus gebaut. Eines Morgens wachte ich auf und wusste: Wenn ich jetzt nichts mache, passiert etwas ganz Schlimmes. Ich war am Ende. Am selben Tag habe ich eine Reise nach Thailand gebucht, zu einem Retreat mit Meditation und ärztlicher Versorgung, an einem Ort, an dem man nie aktiv angesprochen wird. Am Abend drauf ging mein Flieger und ich sagte zu meinem Mann nur: „Und wenn alle draufgehen, ich bin weg". Von München bis Bangkok schlief ich. Ich war fast drei Wochen dort, die ich vor allem mit Schlaf und Meditation verbracht habe. Danach ging es mir so gut wie nie. Dieser Zustand hielt acht Jahre an. Heute fahre ich jedes Jahr alleine weg.

**Warum wir uns erst selbst begegnen müssen, bevor wir uns anderen zeigen können**
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Was ich in jeder Therapie den Menschen irgendwann sage: Es geht hier um Ihr Leben. Viele verstricken sich in "Er muss sich ändern" oder "Ich will das eigentlich nicht", dabei geht es um eine im Grunde banale Frage: Will ich so leben, wie ich lebe - ja oder nein? Ich muss das heute fast jeder und jedem sagen. Und genau das lernen wir eigentlich nur, wenn wir auf uns allein gestellt sind.

**Alleine reisen als Therapie fürs Ich**
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Auf einer Reise wie meiner damals fällt die ständige Abstimmung weg. Will ich frühstücken, ja oder nein? Wo will ich hingehen? Was mache ich mit dem Tag? Man hat keine Termine. Das ist Therapie fürs Ich.

**Die Beziehung zu sich selbst als Voraussetzung für echte Nähe**
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Die Beziehung zu uns selbst ist ausschlaggebend dafür, ob wir uns vor anderen öffnen können. Viele stehen nicht zu sich selbst, haben mit Angst, Scham oder einem schlechten Gewissen zu kämpfen. Statt zu sagen: Ich bin eben nur ein kleines Gänseblümchen, und darauf bin ich stolz, versuchen wir, eine Show abzuziehen. Was dabei entsteht: Wir fahren nicht in unserer eigenen Loipe Langlauf, sondern zehn Zentimeter daneben im Tiefschnee, und das ist wahnsinnig anstrengend. Dieses Zu-sich-selbst-Kommen ist eine Fähigkeit, die uns erlaubt, uns auch mit unseren negativen Seiten zu zeigen, mit dem, was eben da ist.

**48 Stunden allein mit sich selbst**
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Während meiner Ausbildung musste ich einmal eine Übung machen, bei der ich 48 Stunden mit verbundenen Augen in einem fremden Raum verbringen musste, in einem Kloster. Ich hatte nur mich, konnte etwas Brot ertasten und mir merken, wo das Klo ist. Immer wieder habe ich Glocken gehört, irgendwann wusste ich nicht mehr, ob Nacht oder Tag ist. Allein die Vorstellung: Nur ich mit meinen Gedanken, macht vielen Menschen große Angst. Keine Ablenkung durch andere, durch Alkohol oder Zigaretten. Und so werden wir zu Opfern unserer Ängste.

**Wie oft man sich eine Auszeit nehmen sollte**
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Ich würde jedem empfehlen, sich regelmäßig Auszeiten alleine zu nehmen, ein- oder besser noch zweimal im Jahr. Mir persönlich reichen mittlerweile auch mal drei Tage, weil ich weiß, wie ich umschalten kann. Ich fahre schon anders los und komme anders an.

**Was von einer Reise bleibt und was verblasst**
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Was von so einer Reise sofort wieder verblasst, sind meistens die Vorsätze: man weiß zwei Monate lang, wie man das Essen beibehalten wollte, aber der Alltag holt einen wieder ein. Die Erwartung, dass es eine lebensverändernde Geschichte wird, erfüllt sich oft nicht. Was aber bleibt, ist das Gefühl: Wie habe ich mich dort gefühlt, wer war ich dort? Dieses Gefühl verlässt uns nie wieder, bewusst wie unbewusst arbeiten wir Stück für Stück weiter daran. Auch Menschen, die es nicht schaffen, Vorsätze durchzuhalten, werden insgesamt immer ein bisschen besser zu sich selbst, weil sie ein Gefühl dafür behalten, was mit ihnen möglich ist. Etwas wie Selbstliebe, Selbstzufriedenheit, Entspannung, das trägt man mit, und daran arbeitet man weiter, ohne es zu merken.

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    ![](https://www.neuewege.com/fileadmin/_processed_/e/5/csm_paartherapeutin-nadja-von-saldern_e74c9c368f.jpeg)  Nadja von Saldern ist Paartherapeutin (LINK) in Potsdam und Berlin. Im November begleitet sie als Special Guest das Ayurveda-Retreat von Datu Wellness an der Amalfiküste. Hier erzählt sie, was Reisen – vor allem das Alleinreisen – mit der Beziehung zu sich selbst macht.

*Vom 28.10. bis 04.11. und vom 16.11. bis 23.11.2026 begleitet Nadja von Saldern das Retreat von Datu Wellness im Palazzo Belmonte an der Amalfiküste. Mehr Informationen und Buchung finden Sie hier:*

[**zu Datu Wellness**](https://www.neuewege.com/europa/italien/ganzheitliches-ayurveda-retreat-an-der-amalfikueste/)

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