Behindertenheim Nyingthobling

Chance auf ein selbstbestimmtes Leben – Das Projekt Nyingtobling

1999 haben wir in Dharamsala in Zusammenarbeit mit Nawang Lhamo, einer Parlamentarierin, ein Ausbildungsprojekt für behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ins Leben gerufen: Nyingtobling, "der Garten der Zuversicht".

Unser Projekt schafft nicht nur Zugang zu einer Berufsausbildung und Beschäftigung für behinderte Tibeter, sondern bietet ihnen nach dem UN-Entwicklungsplan auch medizinische Betreuung und ein sicheres, sauberes Umfeld. Zu diesem Zweck haben wir ein Heim errichtet, das mit den wichtigsten Lebensnotwendigkeiten und erforderlichen Einrichtungen ausgestattet ist. So können sie in fürsorglicher Atmosphäre miteinander leben und lernen. Besonders werden dabei traditionelles Handwerk und Lebensstil berücksichtigt, aber auch zukunftsträchtige Perspektiven, wie z.B. Computeranwendungen, gelehrt.

1999 startete das Projekt zunächst in improvisierten beengten Verhältnissen mit 10 leicht behinderten Kindern. Inzwischen leben 50 leicht und schwer behinderte Kinder und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 30 Jahren in dem Heim. Sie stammen aus Familien der Exil-Tibeter mit größerer Notlage. Die Behinderten wohnen und lernen zusammen. Sie werden durch medizinische und physiotherapeutische Betreuung optimal gefördert. Das wichtigste ist jedoch die familiäre Atmosphäre, die ihre Entwicklung individuell unterstützt. In den Ferien kehren sie zu ihren Familien zurück, was die spätere Reintegration erleichtern soll.

Die Produkte ihrer Arbeit werden verkauft, um dem Projekt zu mehr Selbständigkeit zu verhelfen. Es ist für die Behinderten psychologisch gesehen sehr wichtig zu merken, dass sie nicht mehr vollkommen abhängig von anderen sind. Durch den Verkauf sind sie in der Lage, selbst etwas zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen

Initiatorin Ngawang Lhamo

Ngawang Lhamo ist die Initiatorin und leitende Direktorin von Nyingtobling. Sie lebt dort und ist Herz und Kopf des gesamten Projekts. Ihr unermüdlicher Einsatz ist Quelle und Garant für die positive Entwicklung von Nyingtobling.

Von 1996 bis 2011 war Sie Mitglied des Tibetischen Exilparlaments in Dharamsala. In dieses Amt wurde sie mit der höchsten Stimmenzahl aller Parlamentarier gewählt. Sie wurde 1956 auf der Flucht aus Tibet geboren und wuchs in Shimla, Indien auf. Dank eines deutschen Sponsors studierte sie in Chandigarh Politik und Geschichte und arbeitete 10 Jahre lang als Lehrerin in tibetischen Schulen. Zwischen 1991 und 1995 war sie Generalsekretärin der tibetischen Frauenvereinigung, Tibetan Women Association (TWA), und bereitete maßgeblich mehrere internationale Konferenzen z.B. in Wien und Kairo vor. 1997 bereiste sie die USA als Delegierte der Weltparlamentskonferenz zum Thema Tibet. Bis heute setzt sie sich, nicht nur politisch, für die Belange behinderter Kinder ein.

Das Projekt kennen lernen

NEUE WEGE bietet Ihnen mit der Reise "Dharamsala – Lebendiger tibetische Kultur erleben" die Möglichkeit den tibetischen Buddhismus und die Kultur Tibets lebensnah kennen zu lernen. Gemeinsam in einer Gruppe besuchen Sie dort unser Projekt Nyingtobling.

Auf der Reise "Heilige Stätten Nordindiens" erleben Sie die verschiedenen Religionen des Hinduismus, Sikkhismus und Buddhismus in ihrer einmaligen und friedlichen Form. In Dharamsala schlägt das Herz des tibetischen Buddhismus, wo Sie ebenfalls einen Einblick in unser Projekt bekommen.