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Trekking, Wandern & Höhenanpassung in der Übersicht

Ratgeber Trekking: Voraussetzungen für Reisende
NEUE WEGE bietet Trekking-Reisen und Wander-Urlaube in verschiedenen Anforderungsstufen an. Willenskraft, Toleranz und Flexibilität werden Ihnen auf allen Touren helfen, die Herausforderung der Reise zu bewältigen. Daneben gibt es einige Grundregeln zu Ernährung, Gesundheit und Ausrüstung, die wir Ihnen gerne für ein gelungenes Erlebnis an die Hand geben möchten.

Ratgeber Höhenanpassung: Vorbeugen durch richtige Akklimatisation
Bei NEUE WEGE-Reisen nach Tibet und Nepal erreichen Sie Höhenlagen von über 3.000 Metern. Unsere Reiseverläufe sind so konzipiert, dass Sie Ihren Organismus behutsam an das verringerte Sauerstoffangebot anpassen können. Lesen Sie auf dieser Seite mehr darüber und machen Sie sich mit der Thematik des Trekkings in Asien schon vor Ihrer Reise vertraut.

Sie haben Fragen zu unseren Trekking-Reisen? Sehr gerne beraten wir Sie persönlich unter +49 (0)2226-1588-00 oder info@neuewege.com.

Reisephilosophie & Charakteristik
Ausrüstung
Gesundheit
Höhenanpassung

Reisephilosophie & Charakteristik

Bei unseren spirituellen Erlebnisreisen stehen neben Bergwandern und Naturerleben die Begegnungen mit den Menschen und mit sich selbst im Vordergrund, nicht alpiner Leistungssport. Zu den schönsten Erlebnissen gehören sicherlich die Wanderungen in der herrlichen Landschaft der Himalayaberge.

Die Dauer und das Tempo der Wanderungen können Sie selber bestimmen. Wir werden auf dieser Reise machbare Distanzen zurücklegen und in der Regel nicht unter Zeitdruck stehen. Pro Tag werden durchschnittlich ca. 5-8 Stunden gewandert. Jeder Teilnehmer kann sein eigenes Tempo gehen, Pausen können individuell eingelegt werden. Sie sollten allerdings nie ganz alleine gehen (mindestens zu zweit), vor allem bei schlechtem Wetter, und sich dabei auf die einheimischen Führer (Sherpa) und den Reiseleiter verteilen.

Indien, Tibet und Nepal konfrontieren uns mit einer oft fremden Denkweise. Der Umgang mit den lokalen Behörden und den Einheimischen erfordert viel Geduld. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird Flexibilität und Toleranz erwartet. Jährlich reisen einige Gruppen auch mit älteren Teilnehmern. Wenn Sie nicht unter Herz-, Atembeschwerden oder hohem Blutdruck leiden, sich gesund und fit fühlen und zudem die richtige Motivation (wichtig) und Willenskraft mitbringen, dann können Sie auch in einem fortgeschrittenen Alter an einer Tibetreise teilnehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Haus- und einem Facharzt.

Ausrüstung

Untenstehend finden Sie einige Hinweise zur Ausrüstungsliste. Bitte nehmen Sie Notwendiges mit und vermeiden Sie überflüssigen Ballast. Besonders auf unseren Pilgerreisen zum Kailash besteht auf den Inlandsflügen eine Gepäckbegrenzung von 15 kg für das Hauptgepäck.

Gepäck
Guter Rucksack/Seesack (möglichst wasserdicht verpackt in extra Schutzhülle und im Rucksack noch einmal in Plastiktüten) und Tagesrucksack. Auf den Wanderungen wird das Gepäck von Trägern, Ponys oder Yaks transportiert. Ihren Tagesrucksack tragen Sie selbst. Dieser sollte alle Utensilien beinhalten, die Sie während des Tages benötigen. Jeder sollte jedoch in der Lage sein, sein Hauptgepäck über kurze Distanzen (z.B. beim Abladen) selbst zu tragen. Das Gepäck sollte strapazierfähig und abschließbar sein. Bei unseren Nepal- und Tibettouren eventuell eine zusätzliche Tasche mit Kleidern mitnehmen, die im Hotel in Kathmandu deponiert werden kann.

Kleidung

Tagsüber trägt man am besten eine gute Windjacke (Goretex oder Sympatex) und abends wenn es kalt wird eine Daunenjacke oder ein Fleece unter der Windjacke. Gut eignen sich Kleidungsstücke, die je nach Temperatur in Schichten getragen werden können. Gute Wind- und Regenjacke, warmer Pullover, Daunenjacke. Halstuch, Handschuhe, Kappe oder Hut (Sonnenschutz), Trainings- oder Schlafanzug, Hemden, T-Shirts, Hose, Socken (dünne aus Baumwolle und dicke aus Wolle), warme Funktionsunterwäsche, Waschlappen, Frottiertuch.
Für Frauen: Kleider, die keinen Anstoß erregen (also keine Shorts, keine großen Ausschnitte oder enge Kleider; Schultern sollten bedeckt sein): lange Hose oder langer Rock, BH.

Schuhe
Gute und bequeme Schuhe zum Laufen (z. B. gute, stabile Wanderschuhe). Ein Paar Extraschuhe (z. B. gute Turnschuhe). Eventuell Gummisandalen zum Duschen. Bitte keine neuen Wanderschuhe mitnehmen, sondern gut eingelaufene Schuhe.

Diverses

Alle Toilettenartikel mitnehmen, Medikamente (siehe Liste), sehr guter Schlafsack (bei den Reisen zum Berg Kailash und nach Gokyo bis ca. minus 15 Grad; für Annapurna und Zanskar bis minus 10 Grad (Komfortzone). Selbst wenn die Temperaturen oft nicht in den Extrembereich fallen, herrscht oft eisiger Wind). Ggf. Seiden- oder Baumwollinlett für den Schlafsack, evtl. Rettungs-/Isolierdecke, ggf. aufblasbare Isomatte, Wasserflasche, Taschenmesser (nicht ins Handgepäck), gute Taschenlampe (die Klöster sind kaum beleuchtet), Reservebatterien und -birne, gute Sonnenbrille, Reservebrille, Notizmaterial, Kugelschreiber, mind. vier Passfotos (für Tibet und Nepal), Reiseproviant (Snacks: Nüsse, gedörrte Früchte, Schokolade), Thermoskanne, Teebeutel, Becher, Löffel, Nadel, Faden, Klebeband, Sicherheitsnadeln, Feuerzeug, Kerzen, Taschentücher, Toilettenpapier, Handtuch und Waschlappen (nur kaltes Wasser unterwegs!), Ohropax, Fernglas, evtl. Schirm, evtl. Gebetsfahnen, evtl. Räucherstäbchen; ggf. Sitzunterlage (quadratische Isomatte); Teleskopwanderstöcke, Waschmittel aus der Tube zum Waschen der Kleider unterwegs.

Gesundheit

Vorbereitungen zu Hause

Ältere und völlig Untrainierte sollten für Trekkingtouren vorsorglich ihren Gesundheitszustand ärztlich überprüfen lassen, in speziellen Fällen mit Hilfe eines Belastungs-EKG's. Es existieren noch keine allgemein gesicherten und verfügbaren Untersuchungsmethoden, um die individuell sehr unterschiedliche Reaktion auf große Höhen feststellen zu können. Auch gibt es außer Hochtouren in den Alpen (über 3000m mit mehreren Übernachtungen) oder einer Höhenkammer kurz vor der Reise kein spezielles vorbereitendes Höhentraining. Trotzdem ist natürlich ein guter Ausdauertrainingszustand wichtig, zumal die Leistungsfähigkeit auch nach erfolgter Akklimatisation pro 1500 Höhenmeter um etwa 10% sinkt. Empfehlenswert sind auf alle Fälle längerfristige Ausdauerbelastungen, z.B. Joggen, Radfahren oder Skilanglauf sowie Bergläufe, die kurzfristig einen umfassenden Sauerstoffmangel im Organismus hervorrufen. Dadurch soll es neben einer Konditionssteigerung auch zu einer Verbesserung der Sauerstoffübertragungssysteme kommen. Kurz vor der Abreise sollte jedoch kein sehr intensives oder verletzungsanfälliges Training mehr absolviert werden.

Vor der Reise sind vor allem bei Durchreise oder Aufenthalt in (sub-) tropischen Gebieten Erkundigungen bei spezialisierten Ärzten oder Tropeninstituten empfehlenswert, z.B. über Impfungen gegen Typhus, Cholera oder eine Malariaprophylaxe. In jedem Fall sollten Schutzimpfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphterie und Kinderlähmung (Polio), Impfverträglichkeit vorausgesetzt, vorhanden sein - liegen diese länger als zehn Jahre zurück, ist eine Auffrischimpfung beim Hausarzt notwendig.

Zusätzlich empfiehlt sich eine Hepatitis A-Impfung und für Trekker, die viel reisen, am besten gleich in Kombination mit einem Hepatitis B-Impfstoff. Der Schutz hält in beiden Fällen ebenfalls ca. zehn Jahre an. Für Hinweise zu weiteren Impfungen wie Tollwut, Typhus, etc. wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder finden Informationen unter www.crm.de.

Natürlich müssen auch regelmäßig benötigte Medikamente in genügender Menge mitgenommen werden! Genau so wichtig ist es, rechtzeitig den Zahnarzt aufzusuchen, um seine Zähne kontrollieren und gegebenenfalls behandeln zu lassen. Zahnprobleme gibt es in größeren Höhen durch die Temperatur- und vor allem Luftdruckunterschiede immer wieder.

 

Risiko und gesundheitlicher Verlauf beim Trekking

Jeder, der sich schon einmal in größeren Höhen aufgehalten hat, wird ihre unsichtbaren Auswirkungen oder Gefahren selbst oder bei einem anderen miterlebt haben, z.B. Leistungsverluste, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, eventuell sogar allgemeines Krankheitsgefühl bis hin zu den schweren Höhenerkrankungen.

Wichtig ist auch, dass bei Trekkingtouren und Expeditionen ein typischer gesundheitlicher Verlauf beobachtet werden kann:

Wenn Probleme auftreten, dann sind es zuerst meist Magen-Darm-Beschwerden durch die Kost- und Klima-Umstellung in fremden Ländern.

Nach anfänglichen Akklimatisationsproblemen in der Höhe folgen während der Tour oft Erkältungskrankheiten und zuletzt meist ein unangenehmer Reizhusten durch die verstärkte Atmung in der kalten, trockenen Höhenluft. Oft zeigt sich am Ende einer längeren Unternehmung, dass durch Anstrengungen und Höhe sowie wahrscheinlich auch durch (zu) einseitige Verpflegung die Abwehrkräfte allgemein abnehmen. Neben Wundheilungsstörungen kann es daher nach banalen Hautverletzungen auch leichter zu Infektionen oder Abszessen kommen. Ansonsten ist auch das allgemeine Krankheitsrisiko erhöht mit Problemen wie Bronchitis, Lungenentzündungen, Hämorrhoidenbeschwerden sowie Bakterien- oder Parasiteninfektionen.

Achten Sie beim Zusammenstellen Ihrer Reiseapotheke bitte darauf, dass erfahrungsgemäß die häufigsten Erkrankungen auf Reisen nicht die schwerwiegenden Komplikationen, sondern Magen-Darm-Probleme und Erkältungen sind.

Art der Erkrankung in Prozent

  • Durchfall 34 - 70%
  • Verstopfung 14%
  • Erkältung 13%
  • Schlaflosigkeit 10%
  • Kopfschmerzen 8%
  • Hautkrankheiten 6%
  • Bindehautentzündung 5%
  • Herz-Kreislaufleiden, Grippe, Reisekrankheit
  • Unfälle (Prellungen etc.), Allergien

 

Medikamente

Auf unseren Trekking-Reisen befinden wir uns oft weit entfernt von einer Apotheke oder einem Arzt. Deshalb sollten Sie folgendes mitnehmen: Sonnenschutzmittel für extreme Sonneneinwirkung, Lippencreme, Mittel gegen Erkältungen (Hustensaft, Nasengel), Halsentzündungen, Augeninfektionen, Vitamintabletten, Schmerzmittel (Kopfweh, Fieber), Insektenschutzmittel (Spray), Mittel zur Wunddesinfektion, Wundcreme für trockene, rissige Haut, Antibiotika-Wundcreme, Salbe gegen Insektenstiche und Allergien, Pflaster, elastische Binde, sterile Gaze (Mull), Mittel gegen Durchfall und Verstopfung (Imodium, Lactoferment), Mittel zur Wasserdesinfektion (z.B. Micropur), evtl. Mittel zur Vorbeugung der Höhenkrankheit (Diamox), Antibiotika.

Eine ausführliche Trekking- und Reiseapotheke finden Sie z.B. unter www.treibel-bergmed.de. Bitte beachten Sie, dass Sie die Medikamente nicht nur mitnehmen, sondern auch in der Lage sein sollten, diese in der entsprechenden Situation auch selbstverantwortlich anzuwenden.

 

Trinken & Essen

Flüssigkeitsbedarf in der Höhe
Der Wasserhaushalt spielt beim Trekking eine ganz entscheidende Rolle. Der tägliche Wasserbedarf des Menschen beträgt normalerweise 2,5 Liter, in sehr großer Höhe kann dieser Wert jedoch auf fünf bis acht Liter ansteigen! Dies kommt durch vermehrtes Schwitzen und vor allem durch die stark gesteigerte Atemtätigkeit zustande. Beim notwendigen Befeuchten der meist sehr kalten und trockenen Atemluft in großer Höhe verliert der Körper viel Flüssigkeit durch den in der Lunge gebildeten und bei der Ausatmung verlorengehenden Wasserdampf.

Die Urinmenge als einfachste Kontrolle der Flüssigkeitszufuhr sollte mindestens 1 Liter pro Tag betragen. Normal sind 1,5 Liter Ausscheidung und mehr, während 0,5 Liter schon ein Alarmzeichen bedeuten. Umgekehrt gilt ein vermehrtes Wasserlassen (meist auch während der Nacht) als Hinweis für eine gute Höhenanpassung. Die tägliche Urinmenge läßt sich z.B. durch Sekundenzählen abschätzen oder am einfachsten durch Zählen des Wasserlassens pro Tag. Wenn die Urinproduktion in der Phase der Höhenanpassung hoch ist, werden sich voraussichtlich keine akuten Höhenkrankheiten entwickeln.

Die Wasseraufnahme wird gerade in der Höhe nicht vollständig durch das Durstgefühl geregelt. Deshalb muss unbedingt genügend (auch über den Durst!) getrunken und gleichzeitig der Mineralsalzverlust ausgeglichen werden. Bereits sehr geringe Verluste an Körperflüssigkeit bewirken nämlich deutliche Leistungseinbußen und erhöhen die Thrombose- und Erfrierungsgefahr. Dies ist eine der wichtigsten Regeln beim Trekking!

Ernährung und Verdauungsprobleme
Zur Vermeidung von Durchfallerkrankungen empfiehlt es sich, die alte Regel: „Schäle es, koche es oder vergiss es" zu beachten. Heiße, ungewohnte Speisen der einheimischen Bevölkerung sind oft weniger riskant als das bekannte kalte Buffet. Meiden Sie Eis und Eiswürfel, decken Sie Ihren Vitaminbedarf durch geschältes Obst, gekochtes Gemüse oder Tabletten.

Verdauungsprobleme und Durchfälle in fremden Ländern werden meist durch Kost-Umstellung hervorgerufen, weniger durch Infektionen. Da sie den Genuss und die Leistungsfähigkeit beim Reisen entscheidend und nachhaltig herabsetzen können, sind prophylaktische Maßnahmen umso wichtiger. Zur Vorbeugung gehören: routinemäßige Wasserdesinfektion (auch zum Zähneputzen), kein ungeschältes Obst, rohes Gemüse bzw. keine Salate essen oder ungekochte Milch trinken sowie Vorsicht vor fetten Speisen, da oft altes Fett verwendet wird. Eventuell kann man Enzym- und Entblähungstabletten einnehmen. Obstsorten wie Bananen (kaliumreich) und Äpfel (pektinhaltig) sind - wenn sie vertragen werden - bei Durchfällen geeignete Lebensmittel. Äpfel sollten allerdings nur geschält und gerieben gegeben werden, um die Darmwände nicht durch Schalen und Kernhäuser weiter zu reizen. Milch oder milchhaltige Nahrungsmittel sind während des Durchfalls und in den ersten Tagen nach dem Durchfall zu vermeiden. Bei Durchfallerkrankungen sollten Sie generell auf blähende oder stark zitrushaltige Speisen und Getränke verzichten. Bei schweren Durchfällen ist es ratsam, am Anfang weniger zu essen, auf eine ausreichende (erhöhte) Trinkmenge mit Zugabe von Mineralsalzen (z.B. durch schwarzen Tee oder Elektrolytgetränke) muss aber unbedingt geachtet werden. Dazu können Sie mit einer magenschonenden Kost wie Zwieback, Haferschleimsuppe und weißem Reis beginnen. Bei Durchfall mit Fieber ist der Einsatz von entsprechenden Antibiotika angebracht.

Der Proviant sollte beim Trekking möglichst kohlenhydratreich sein (z. B. Brot, Müsli, Reis, Mehlprodukte, Obst und Zucker), außerdem schmackhaft, abwechslungsreich, nicht zu stark gewürzt und leicht verdaulich. Fette erzeugen zwar die doppelte Energie und hätten daher den besten Wirkungsgrad, benötigen aber mehr Sauerstoff zur Verbrennung. Daher sind Fette in größerer Höhe weniger ökonomisch sowie schwer verdaulich und deshalb beim Höhenbergsteigen weniger empfehlenswert als Kohlenhydrate.

Da man in den Bergen mit vollen Energiedepots leistungsfähiger wird und die Glykogenverbrennung für die körperliche Leistung in der Höhe am ökonomischsten ist, hat eine erhöhte Kohlenhydratzufuhr (60-80% der Gesamtkalorienmenge) einen vorbereitenden positiven Effekt vor längeren Belastungen.

Multivitamintabletten sind bei stark erhöhter körperlicher Aktivität und verminderter Frischverpflegung, z.B. bei überwiegender Konserven- und Trockennahrung oder während langer Expeditionen, sinnvoll. Vitamin C (Ascorbinsäure) steigert die Widerstandskraft gegen Infektionen und soll ebenso wie Vitamin E einen positiven Effekt in der Höhe haben.

Allgemein ist der Appetit in der Höhe ein gutes Leistungs- und Akklimatisationsbarometer!

 

Temperaturen

Sonne und Kälte in der Höhe

Extrem hohe Temperaturen von zum Teil über 30°C durch intensive Sonneneinstrahlung können eine enorme Kreislaufbelastung für Trekker sein. Als Kontrast dazu kühlt es in der Nacht oft auf Minusgrade ab, sodass die tägliche Temperaturdifferenz 40 Grad betragen kann. Daher sollte ein Trekker idealerweise nicht nur die Höhe gut vertragen, sondern möglichst auch hitze- und kälteresistent sein. Obwohl diese Eigenschaften teilweise genetisch und nur wenig trainierbar sind, kann man sich durch kluges und taktisches Verhalten vor gesundheitlichen Nachteilen schützen. Hierzu gehören z.B. genügend rasten und trinken, Aufstiege in den kühleren Tageszeiten (frühmorgens), gute Kopfbedeckung als Schutz vor einem Sonnenstich, weite und luftige Kleidung als Prophylaxe gegen Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag.

Augenentzündungen durch starke UV-Strahlen können Schmerzen und Fremdkörpergefühl (Sand) hervorrufen. Das Tragen zweckmäßiger Sonnenbrillen sollte deshalb selbstverständlich sein. Ebenso wichtig ist eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor für die unbedeckte Haut, vor allem im Gesicht. Besonders empfindlich sind bekanntlich die Lippen. Vielfach kommt es neben Sonnenbrand und/oder Austrocknen mit schmerzhaften Rissen oder Krusten auch zu einer unangenehmen Herpes-Infektion, die mit speziellen Salben behandelt werden muss.

In der Höhe spielt aber auch die Kälte eine große Rolle. Zum einen sinken die Temperaturen immer weiter ab, zum anderen kommen Wind, Nässe, Sauerstoff- und Wassermangel sowie Erschöpfung oder Bewegungsarmut hinzu.

Nasse Wäsche sollte unbedingt rechtzeitig gewechselt werden. Oft genügt es, trockene (Sport-) Unterwäsche anzuziehen, die darüberliegenden feuchten Schichten können durch warme Überkleidung wieder am Körper trocknen. Selbst bei Tagestouren lohnt sich dieses Prinzip für ein besseres Wohlbefinden. Ist die Kleidung sehr feucht bzw. nass, zieht man sie am besten außen an, z.B. Hemd über Faserpelz, da sie dort trocknet und noch etwas wärmen kann. Feuchte Wäsche wie auch Innenschuhe können auch über Nacht im Schlafsack getrocknet werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Warme Getränke aus der Thermosflasche oder vom mitgenommenen (Mini-) Kocher können die Ausdauer und Moral entscheidend verbessern.

Höhenanpassung

Was versteht man unter Höhenanpassung?

Unter der Höhenkrankheit (Bergkrankheit) versteht man alle Folgen, Symptome und Beschwerden, die aufgrund des geringen Luftdrucks bzw. Sauerstoffpartialdrucks in größeren Höhen zustande kommen. Die Höhenkrankheit tritt in der Regel ab einer Höhe von etwa 3000 Metern auf, in manchen Fällen jedoch auch vorher.

 

Ursachen

Die Höhenkrankheit wird durch ein verringertes Sauerstoffangebot ausgelöst, da Luftdruck und Sauerstoffpartialdruck mit der Höhe abnehmen. Begünstigende Faktoren für die Entstehung sind übertrieben schnelle Anstiege, Überanstrengung, Alkoholkonsum, Flüssigkeitsmangel oder Infekte.
Der Partialdruck des Sauerstoffs in der umgebenden Luft und somit in der Luft der Lunge spielt für die Entstehung und Therapie der Höhenkrankheit die entscheidende Rolle. So sinkt der Sauerstoffpartialdruck in einer Höhe von rund 5000 Metern bereits um die Hälfte. Letztendlich ist für alle Symptome und Beschwerden der Höhenkrankheit der zu geringe Sauerstoffpartialdruck in der atmosphärischen Luft und damit in den Lungenbläschen (Alveolen) verantwortlich.

 

Anpassung des Organismus

Je höher eine Person gelangt, desto eher reagiert sie aufgrund des Sauerstoffmangels mit für die Höhenkrankheit (Bergkrankheit) typischen Symptomen.
 

Zonen der Anpassung

Unterhalb 1500 Metern gibt es normalerweise keinerlei Gesundheitsbeeinträchtigungen, darüber können jedoch bei bestimmten Erkrankungen die ersten Probleme auftreten. Eine mittlere Höhe von 2000 bis 2500 Metern ist auch der Bereich, in dem Ausdauersportler ihr Höhentraining absolvieren. Zwischen 3000 Metern und etwa 5500 Metern - also im Hauptbereich von Trekkingtouren - kann sich ein gesunder Mensch nach einer entsprechenden Adaptationszeit vollständig den Verhältnissen anpassen und nahezu normal leistungsfähig sein.

Oberhalb von 5500 Metern ist eine vollständige Anpassung an die Höhe bzw. den Sauerstoffmangel nicht mehr möglich, stattdessen kommt es zu einem kontinuierlichen Abbau der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Sie sollte daher nur kurzfristig im Rahmen einer Besteigung oder Passüberquerung überschritten werden. Diese Höhenmarke ist deshalb auch die oberste Grenze einer menschlichen Dauerbesiedelung und gleichzeitig die höchste noch sinnvolle Basislagerhöhe für Expeditionsbergsteiger.

 

Zeitreserve

Der menschliche Organismus besitzt eine erstaunliche Fähigkeit, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. So steigt die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), also der den Sauerstoff transportierenden Blutteilchen, in einer Höhe von 4500 Metern bereits nach zwei Tagen um etwa zehn Prozent an. Nach ca. zehn Tagen Aufenthalt ist die "Schnelle Anpassungsphase" für die Steigung der Erythrozytenzahl bereits abgeschlossen.

Die erhöhte Erythrozytenzahl ist erforderlich, da das Blut zum Beispiel in 5000 Metern Höhe nur noch zu 75 Prozent mit Sauerstoff gesättigt wird, wobei die Sättigung in Meereshöhe rund 100 Prozent beträgt. Danach erfolgt ein langsamer, über Monate dauernder Prozess, bis ein Hämatokrit von ca. 70 Prozent erreicht ist.

Durch die reaktive Vermehrung der roten Blutkörperchen in der Höhe und durch die vermehrten Flüssigkeitsverluste bei der verstärkten Atmung kann es zu einer Eindickung und Verlangsamung des Blutes und daher zu Lebensgefahr durch Bildung von Blutgerinnseln kommen, wenn nicht genügend Flüssigkeitsmengen zugeführt werden. Diese Bluteindickung bewirkt auch eine Mehrbelastung für Herz und Kreislauf sowie eine schlechtere Durchblutung der Extremitäten mit erhöhter Erfrierungsgefahr.

 

Probleme bei der Höhenanpassung

Höhenbeschwerden werden hervorgerufen durch die Doppelbelastung von körperlicher Tätigkeit mit mehr Sauerstoffbedarf und großer Höhe mit weniger Sauerstoffangebot. Sie treten in der Adaptationsphase während der ersten Tage fast bei jedem Bergwanderer auf. Dazu zählen leichte Kopfschmerzen, Schlaf- und Appetitstörungen sowie Atemlosigkeit bei Belastungen, die jedoch alle normalerweise nach wenigen Tagen verschwinden. Die Dauer der Höhenadaptation ist individuell verschieden und abhängig von der Aufstiegsgeschwindigkeit, der absoluten Höhe, dem überwundenen Höhenunterschied und eventuellen Erkrankungen des einzelnen wie Atemwegsinfekte oder Durchfall.

Die Probleme sind natürlich umso geringer, je länger die Akklimatisationszeit ist. Bei älteren Personen scheint sich auch ein guter Trainingszustand positiv auszuwirken. Ansonsten ist eine gute Kondition kein Schutz vor Höhenproblemen, sondern verleitet gerade Jüngere und Höhenunerfahrene dazu, zu schnell aufzusteigen. Migränepatienten leiden häufiger und stärker unter der akuten Höhenkrankheit. Zusammenhänge mit der Größe der Gruppe, dem Rucksackgewicht, Rauch- oder Ernährungsgewohnheiten oder der Einnahme der Antibaby-Pille bestehen nach heutigen Erkenntnissen nicht. Besonders Jüngere unter 20 Jahren und Ältere über 50 Jahren scheinen Höhenprobleme zu bekommen, während im Alter zwischen 40 und 50 Jahren die geringsten Schwierigkeiten auftreten. Besonders wichtig sind frühere höhenbedingte Störungen als Hinweis auf eine erneute Gefährdung.

In der Höhe haben Bergwanderer nachts oft eine unregelmäßige Atmung mit längeren Pausen. Weiterhin treten gelegentlich Weichteil-Ödeme, d.h. Schwellungen durch Wasseransammlungen im Gewebe auf, meist im Augen- oder Gesichtsbereich oder an Händen bzw. Füßen. Auch kann es über 5000 Metern zu kleinen Netzhautblutungen des Auges kommen. Falls keine weiteren Höhensymptome bestehen, bilden sich diese Veränderungen in allen drei Fällen normalerweise von alleine zurück. In Verbindung mit anderen Beschwerden können sie jedoch auch ein erster Warnhinweis für eine Höhenerkrankung sein.

 

Höhenkrankheit

Häufigkeit der akuten Höhenkrankheit

Die ersten Anzeichen einer Höhenkrankheit treten bei schnellem Aufstieg in Höhen über 3000 Metern bei mehr als 75% aller Menschen auf.

Symptome

Ab einer Höhe von etwa 3000 Metern – bei einigen Personen auch schon vorher - können die ersten milden Symptome der Höhenkrankheit (Bergkrankheit, AMS = Acute Mountain Sickness) auftreten. Ein weiterer Anstieg in noch höhere Lagen verstärkt die Beschwerden zunehmend.

Frühzeichen: (Abwarten möglich)

Zu den milden Symptomen einer Höhenkrankheit zählen zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen

  • Reizbarkeit, zunehmende Kritiklosigkeit

  • vernunftwidriges Verhalten

  • Appetitlosigkeit

  • Übelkeit

  • Wasserödeme unter der Haut

  • beschleunigter Herzschlag

  • allgemeines Unwohlsein

  • unruhiger Schlaf

  • Leistungsabfall

Warnsymptome: Behandlung notwendig

Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten zusätzliche Beschwerden auf wie:

  • konstante, schwere Kopfschmerzen

  • rapider Leistungsabfall (nichts geht mehr)

  • schwere Übelkeit und Erbrechen

  • Bewusstseinsstörungen

  • völlige Antriebslosigkeit

  • Atemnot und Herzrasen, auch in Ruhe

  • nächtliche Schlaflosigkeit

  • trockener, teilweise starker Husten

  • Schwindelgefühle mit Gangunsicherheit, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen

  • Lichtempfindlichkeit

  • Schlaflosigkeit

  • dunkler Urin mit einer Ausscheidung von weniger als 500 Milliliter pro Tag

Werden die Symptome der Höhenkrankheit ignoriert, können die Folgen lebensbedrohlich sein. Die Beschwerden verstärken sich immer weiter, wenn der Betroffene die Höhe nicht verlässt und entsprechend behandelt wird. Hirnödeme / Hirnschwellungen (HACE = High Altitude Derebral Edema) oder Lungenödeme / Wasser in der Lunge (HAPE = High Altitude Pulmonary Edema) können die Folgen sein. Wasser lagert sich in Lunge und / oder Hirn ein und führt zu einer lebensbedrohlichen Situation.

 

Therapie

Bei ersten Frühzeichen der Höhenkrankheit (Bergkrankheit) wie Unwohlsein, leichter Kopfschmerzen und Übelkeit sollte der Betroffene den Aufstieg abbrechen und eine Rast einlegen oder zum nächsten Rastplatz absteigen. Oft helfen gesüßte Getränke. Wenn die Beschwerden nach einer Nacht Pause abgeklungen sind, kann der Aufstieg eventuell sehr langsam fortgesetzt werden. Andernfalls ist ein zügiger Abstieg um ca. 500 Meter zu empfehlen. Auf keinen Fall soll der Betroffene versuchen, erste Warnzeichen zu ignorieren oder mithilfe von Medikamenten zu behandeln, um den Aufstieg fortzusetzen.

Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, so dass Beschwerden wie schwere Kopfschmerzen, starker Leistungsabfall, Erbrechen oder Herzrasen auftreten, kann nur der sofortige Abstieg – auch nachts – Abhilfe schaffen. Keinesfalls sollte der Betroffene länger als nötig in der Höhe ausharren.
Treten Alarmsymptome wie Bewusstlosigkeit, Verwirrung, starker Husten, Bewegungsstörungen oder rasselnde Atmung auf, besteht akute Lebensgefahr. In diesem Fall muss die Person so rasch wie möglich aus der Höhe transportiert werden. Ist ein Transport durch Träger nicht möglich, zum Beispiel aufgrund der Wetterlage, muss fremde Hilfe alarmiert werden.

Medikamente

Verschiedene Medikamente werden je nach Dauer und Schwere der Symptome empfohlen. Empfehlungen und Dosierungsanweisungen möchten und dürfen wir an dieser Stelle nicht geben und verweisen hierfür z.B. auf die unten aufgeführten Links.

Generell gilt:

Ein Abstieg ist empfehlenswerter als Medikamente einzunehmen. Am besten dem Körper Zeit lassen und an die richtige AKKLIMATISATION denken!

 

Vorbeugen - Akklimatisation

Der Höhenkrankheit (Bergkrankheit) kann insbesondere durch eine langsame Höhenanpassung vorgebeugt werden. Es gilt: Je eiliger es eine Person mit dem Aufstieg hat, desto größer ist ihr Risiko, die Höhenkrankheit zu bekommen. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten ist umstritten. Die Höhenkrankheit tritt völlig unabhängig vom Alter und dem sportlichen Trainingszustand auf.

Die beste Vorbeugemaßnahme ist eine gute Akklimatisation.


Folgende Grundregeln sollen in größeren Höhen unbedingt eingehalten werden, um die Höhenkrankheit zu verhindern:
 

„Climb high - sleep low“

  • nicht zu schnell zu hochsteigen (300 bis maximal 500 Höhenmeter pro Tag)

  • Anstrengungen während der Anpassungsphase vermeiden

  • möglichst tiefe Schlafhöhe

  • täglicher Schlafhöhengewinn 300 bis 500 Meter

  • alle 1000 Meter ein zusätzlicher Ruhetag

„Don’t go too high too fast“

  • möglichst keine Aufstiegshilfen benutzen

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr - vier bis sechs Liter pro Tag (Reduktion Thromboserisiko, Erfrierung)

  • keinen Alkohol trinken

  • kohlenhydrathaltige Nahrung einnehmen, da diese weniger Sauerstoff verbraucht als Fette und Eiweiße

  • warme Kleidung anziehen

„Don’t go up until symptoms go down“

  • Achte auf Frühzeichen der akuten Höhenkrankheit

  • Infektionen und andere Erkrankungen vorher auskurieren

  • keine Medikamente einnehmen, auch keine Schlafmittel

Zeichen erfolgter Akklimatisation

  • trainingsgemäße Ausdauerleistung

  • Ruhepuls wieder auf Vorwert gesunken

  • vertiefte Atmung in Ruhe und Belastung

  • nächtliche periodische Atmung

  • ausreichende Höhendiurese

Die fünf goldenen Regeln der Akklimatisation

  • Jeder kann höhenkrank werden, aber niemand muss daran sterben.

  • Jede Gesundheitsstörung ist im Zweifel höhenbedingt.

  • nur symptomfrei höher steigen

  • bei Verschlechterung sofortiger Abstieg

  • Höhenkranke niemals alleine lassen