Mit Meditation beim Sonnenuntergang entspannen
19.07.2016 Christina Paffrath-Hennemann

Interview mit Christina Paffrath-Hennemann


In einem Interview mit Yogalehrerin Christina Paffrath-Hennemann erfahren Sie, was sie motiviert hat mit Yoga anzufangen und warum jede Reise mit NEUE WEGE etwas ganz besonderes ist.

 

Liebe Christina,

du hast ursprünglich Grund- und Hauptschullehramt studiert. Was hat dich später dazu bewegt, eine Yogalehrerausbildung zu machen und wann hast du damit angefangen?

Meinen ersten Yogakurs habe ich besucht, als meine drei großen Kinder noch klein waren; das ist etwa vor 20 Jahren gewesen. Dies war eine sehr schöne aber auch anstrengende Zeit für mich und ich suchte Entspannung. Meine erste Erfahrung mit Yoga bei Erika Meineke in Frankfurt war für mich etwas, was einschlug wie eine Bombe. Es hat mir sofort so unsagbar gutgetan, dass ich begann regelmäßig zu praktizieren. Ich spürte, wie sich mein Alltag durch meine Yogapraxis zum Positiven veränderte. Das war ganz wunderbar! So wuchs in mir bald der Wunsch, mehr über Yoga zu erfahren und eine Ausbildung zu beginnen. Ich erfuhr, dass ich erst drei Jahre Unterricht bei einer vom BDY anerkannten Lehrerin haben musste, um dann selber mit der Ausbildung beginnen zu können. Und kaum waren die drei Jahre um, begann ich meine vierjährige Ausbildung zur Yogalehrerin BDY/EYU. Das war im Jahr 1998.

 

Gibt es einen Yogalehrenden, der dich besonders inspiriert hat?

Das war zum einen sicher Erika Meineke, meine erste Lehrerin in Frankfurt.
Zum anderen und in ganz besonderer Weise meine heutige Lehrerin Helga Simon-Wagenbach, die neun Jahre lang im Vorstand des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) war. Sie begleitet mich seit 13 Jahren im Einzelunterricht und ich verdanke ihr sehr viel! Sie lehrt mich den Weg der Integralen Yoga-Meditation. Eine integrativ und zentrierend wirkende Übungspraxis, die gleichzeitig und gleichwertig alle Erfahrungsbereiche einbezieht.

Ein Satz von ihr: “Der ATEM und die SPÜRENDE ACHTSAMKEIT öffnen das Tor.“

 

Du hast eine Ausbildung in Initiatischer Therapie. Kannst du uns kurz erklären was das ist und inwiefern du das mit Yoga kombinierst?

Die Initiatische Therapie ist eine auf den Wesenskern des Menschen bezogene WEG-Begleitung. Sie wurde entwickelt Anfang der 50-iger Jahre von Prof. Dr. K. Graf Dürckheim und Dr. M. Hippius-Gräfin Dürckheim. Sie nannten es zuerst Seelenheilkunde, später Initiatische Therapie. Initiatisch kommt von initiare und meint, das Tor zum Geheimen öffnen, einen Anfang setzen. Initiatische Therapie meint immer zugleich Initiation und Individuation, Erfahrung und Wandlung. Sie will Menschen in ihrer Suche unterstützen und begleiten. Die Ursprungsmedien der Initiatischen Therapie sind die Personale Leibarbeit, das „Geführte Zeichen“ und die Meditation.

Mit Yoga kombiniere ich diese Ausbildung nur indirekt, indem ich meine Erfahrungen in den Unterricht und vor allem auch die die WEG- Begleitung meiner Schüler mit einfließen lasse.

Im Moment befinde ich mich in einer 3-jährigen Weiterbildung in Yoga-Therapie. Es ist mein Wunsch, mehr Menschen im Einzelunterricht zu begleiten. Auch dafür wird mir diese Ausbildung helfen.

 

Wie kombinierst du Yoga mit deinem Alltag?

Mein Lehrer Willigis Jäger, der mich über viele Jahre die Praxis der Kontemplation, das Sitzen in der Stille lehrte, sagte immer: „Ein spiritueller Weg, der nicht im Alltag mündet, ist ein Irrweg.“ Für mich durchwebt Yoga den Alltag, Yoga ist Alltag, eine Art zu leben, denken und in Kontakt mit den Menschen zu sein. Und der Alltag ist die beste Übung.

 

Seit einigen Jahren begleitest du Reisen von NEUE WEGE. Was ist das Besondere für dich an einer NEUE WEGE Reisen?

Das sind zwei gleich zwei Dinge. Zum einen ist das die Gruppe und das, was in einer solchen gemeinsamen Woche entsteht. Wenn wir am Ende der Woche in die Runde schauen, schauen wir in andere Gesichter als zu Beginn der Woche. Ich erlebe jedes Mal, dass durch eine intensive gemeinsame Yogapraxis die Menschen so ehrlich werden, so offen über sich und ihr Leben erzählen, dass ich nur dankbar staunend danebenstehen kann. Es ist etwas Wunderbares, wenn Menschen sich in solch einer Weise öffnen und ehrlich mit ihren Themen, die sie ja mitbringen, zeigen können.
Oft denke ich am Ende einer solchen Woche an den Satz von Martin Buber: “Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“
Ich fühle mich glücklich und reich beschenkt!
Immer wieder bekomme ich auch lange nach der Reise noch Rückmeldungen, wie nachhaltig diese Reise gewirkt hat und wie positive Veränderungen im Alltag geschehen sind; bis hin zu Geburtsanzeigen, die ich in zwei Fällen viele Monate später bekam. Das freut mich dann immer ganz besonders!

Zum anderen sind es die wunderbaren Orte, die von NEUE WEGE ausgewählt sind. Überall habe ich mich sehr wohl gefühlt. Ich bin schon viel gereist und habe viel gesehen. Doch diese Plätze sind in der Tat alle etwas ganz Besonderes!

 

Hattest du schon ein besonderes Erlebnis auf einer NEUE WEGE Reise, das dich besonders
geprägt hat oder wo du dich gerne dran erinnerst? Wenn ja, welches?

Oh, da fallen mir viele ein….

Für mich ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis, wenn ich am Ende der Woche in die glücklichen Gesichter der Yogis sehe! Wenn mir eine Teilnehmerin sagt: “Das war die schönste Woche meines Lebens…..“ oder eine andere unter Tränen gesteht, wie unendlich gut ihr diese Tage getan haben.
Eine untergehende Sonne und der zauberhafte Sternenhimmel über dem Lykischen Meer, viele schöne Wanderungen und so vieles mehr…

 

Zum Abschluss: Hast du noch eine einfache Übung für uns, die man gut in den Alltag integrieren kann? Oder vielleicht auch eine Yoga-Weisheit die du uns gerne mitgeben möchtest?

Eine Übung, die ich von meiner Lehrerin Helga Simon-Wagenbach vor vielen Jahren einmal bekommen habe, ist die „2 Minuten Meditation“. Das heißt einfach mal im Alltag mich 2 Minuten zurückziehen, vielleicht zwischen zwei Arbeitsgängen, die Hände auf den Bauch legen und nur den Atem spüren; mit diesem einen Atemzug einfach sein. Das entschleunigt den Alltag und bringt mich immer wieder zu mir. Diese Übung ist leicht, überall zu integrieren und sehr effektiv.

Ein Satz von Yogi Bhajan, der mir selber viel bedeutet: „Es ist Dein Geburtsrecht glücklich zu sein.“

 

Vielen Dank für dieses interessante Interview!

Christina Paffrath Hennemann

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