28.10.2019Teilen

Olivenernte auf Mallorca - sehen, riechen, schmecken

Zwischen bis zu 4 km lange Reihen von Olivenbäumen, deren Zweige sich mit dem Wind bewegen, ein altes Wohnhaus der Familie und ein modernes Gebäude - gleich werden wir in die Geheimnisse der Oliven-Herstellung und -Verkostung Mallorcas eingeweiht.

Am 15. Oktober beginnt auf Mallorca die Olivenernte, welche etwa 20 Tage dauert.
Bei der Finca Son Mesquidassa in der Nähe von Felantix werden bis zum 22.11. alle geernteten Oliven verarbeitet sein.

Die Besichtigung beginnt mit einem kurzen Videofilm über die „Plantage“. Die Zahlen, die uns hier genannt werden, lassen uns wieder einmal staunen:

  • Auf ca. 100 Hektar Land stehen 150.000 Olivenbäume. Momentan haben sie ein Alter von 5 Jahren.
  • Wenn die Ernte eingefahren wird, erreichen über 1 Million Kilo Oliven die Trichter, in denen mit der Verarbeitung begonnen wird.
  • Daraus gewinnt man hier etwa 200.000 Liter Olivenöl.
  • 8.000 Kilo Oliven werden pro Stunde geerntet und binnen maximal 2 Stunden gelangen sie zur Weiterverarbeitung um eine Olivenpaste daraus zu gewinnen, bevor der Oxidationsprozess einsetzt. Denn nur so kann ein Olivenöl von höchster Qualität gesichert werden.
  • Bis zu 15.000 Kilo Oliven pro Stunde passieren die modernen Maschinen.

Besonders beeindruckt hat uns die Nachhaltigkeit, mit der die Olive genutzt wird.
Da sich in der gesamten Frucht Öle befinden, werden die geernteten Oliven im Ganzen gemahlen. Die Kernstücke die übrig bleiben werden herausgefiltert und als Brennstoff für Heizung, Maschinen bzw. Klimageräte genutzt. Und auch die Paste aus der hinterher Wasser und Öl extrahiert werden, wird anschließend zum Düngen des gesamten Grundstücks verwendet.
Ein wunderbarer Kreislauf, den die Natur uns vorgibt.

Aussicht von Son Mesquidassa auf die Olivenhaine

Nachdem wir den Film gesehen haben, werden wir mit Flyern ausgestattet, die uns nun unseren Weg durch die Produktionshallen von Son Mesquidassabeschreiben und die Maschinen, die wir dort vorfinden noch einmal erklären. Dann dürfen wir alleine auf Erkundungstour gehen. Hier hat man keine Geheimnisse – alle Räume (außer das Labor) dürfen wir betreten.
Sogar die Lagerhalle mit den eindrucksvollen Tanks, in denen bis zu 512.000 Liter gelagert werden können. An einem Tank wird bei unserem Besuch gerade Sauerstoff abgelassen, um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Sofort nehmen wir den Geruch von feinstem Olivenöl wahr.

Am Ende unserer Tour durch den Fertigungsbereich gelangen wir in den Laden und Verkostungsraum.
Hier werden wir bereits zur Öl-Probe erwartet. Der Tisch ist gerichtet und man erklärt uns, dass man Öl bei der Probe nicht mit Brot dippt. Dieses dient eher zum Neutralisieren. Öl wird getrunken – jedoch nicht, ohne es zuvor im runden Glas, welches mit einem Deckelchen abgedeckt ist, in der Hand zu erwärmen.
Und dann kommt zunächst der „Nasen-Test“. Gerüche von Tomaten, Mandeln, Bananen, Artischocken und sogar frisch gemähtem Gras können wir wahrnehmen. Dies liegt daran, dass eine Olive die Gerüche ihrer Umgebung aufnimmt. Je nach Olivensorte und den Vorkommen der angrenzenden Felder variiert der Geruch des Öls. Der Geschmack geht von sanft und weich über bis hin zu einem pfeffrigen Geschmack im Abgang.

Jeder findet das Oliven-Öl, welches ihm am besten schmeckt und welches zu seiner Küchenkreativität passt. Also, kommt mit und probiert selbst!

 

Tipp: Von der Finca Son Mola Vell gelangt man mit dem Shuttle Bus in nur etwa 30 Minuten bis Son Mesquidassa.

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Gästebetreuerin Tatjana Son Mola Vell