13.05.2024Teilen

Reisebericht Costa Rica: Pura Vida, Hängematten und Faultiere

Als bekennender Lateinamerika-Fan freut es mich natürlich sehr, dass wir nun endlich auch ein mittelamerikanisches Land im Programm haben. So stand die Wahl meines nächsten Reiseziels recht schnell fest. Mit großer Vorfreude entschied ich mich dazu, endlich Costa Rica kennen und hoffentlich lieben zu lernen. Mir war es sehr wichtig, so viel wie möglich von der Umgebung zu sehen, um einen umfänglichen Eindruck vom Land zu erhalten und unsere Reisegäste optimal beraten zu können… Also war auch die Wahl des Transportmittels im Land recht schnell klar – ein Mietwagen.

Das erste richtige Urlaubsgefühl stellt sich direkt nach Ankunft am Flughafen ein. Überall wird Spanisch gesprochen! Das allein versetzt mich schon in einen anderen Modus und erfüllt mich mit tiefer Freude! Nach unserer ersten Nacht in San Jose brechen wir am nächsten Morgen auf in den Karibik-Ort Puerto Viejo de Talamanca.
 

Reggae-Vibes, palmengesäumte Strände und Hängematten

Zum Akklimatisieren erstmal ein paar Tage hier entspannen und ankommen – genau das Richtige! Am ersten Abend beim Spaziergang dann das erste Highlight – in einer Palme raschelt und bewegt sich etwas. Ich kann es kaum glauben, aber ja da ist das erste Faultier unserer Reise! Der Cahuita Nationalpark, nur wenige Kilometer von Puerto Viejo entfernt, ist ein wahrgewordenes Disney-Märchen. Innerhalb einer vierstündigen Wanderung durch den Nationalpark haben wir nicht nur Traumstrände sehen können, sondern auch Waschbären, Coatis, unterschiedliche Affen und ein weiteres Faultier!
 

La Fortuna und der eindrucksvolle Arenal

In der Provinz Alajuela liegt der Ort La Fortuna. Übersetzt heißt „La Fortuna“ Glück, von dem wir auf unserer Reise einiges haben. So können wir den Vulkan Arenal an allen drei Tagen in voller Pracht bestaunen! Er versteckt sich nicht in einer Hülle aus Nebel, wie üblicherweise. La Fortuna ist ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen, Ausflüge zu Wasserfällen oder entspannenden Stunden in den heißen Thermalquellen, für die dieser Ort so bekannt ist. In dem kleinen Ortszentrum kann man abends schön flanieren und im Park das Treiben der Einheimischen beobachten. Absoluter Tipp: es gibt dort einen kleinen Laden, wo man sich durch das große Sortiment an Pralinen testen kann.
 

Monteverde – Nebelwald, Ziplines und Kolibris

Über die Baumkronen eines Nebelwaldes fliegen, wie sich das wohl anfühlt? Werde ich Angst haben? Die Nervosität ist spätestens nach der ersten Seilbahnfahrt vollkommen vergessen. Zu viel Spaß macht das Entlangrasen durch die Baumwipfel! Nach dem Adrenalin-Kick erkunden wir noch die Hängebrücken Monteverdes, um auch noch etwas langsamer einen besseren Eindruck des Nebelwales zu bekommen. Zur Stärkung gönnen wir uns einen Kaffee und gehen in ein ganz besonderes Café – das Kolibri Café. Die kleinen, bunten Vögel sind wirklich sehr besonders und ich könnte stundenlang hier sitzen und einfach nur Beobachten.
 

Das Surfer-Paradies – die Nicoya-Halbinsel

Nach ein paar Tagen bei Vulkanen und umringt von Wald wird es wieder mal Zeit für Strand und Meer – diesmal aber an der Pazifikküste. Unser erster Stopp ist Sámara, ein kleiner Ort, der über Ostern mit viel Leben und einheimischer Kultur gefüllt wird. Es ist Semana Santa – das wichtigste Fest für das christlich geprägte Costa Rica und so finden sich viele Familien zusammen, um gemeinsam zu feiern. Wir liegen also am Strand zwischen großen Tico-Familien und genießen es das Leben der Einheimischen zu erleben. Große Picknickkörbe werden mitgebracht und Hängematten zwischen den Palmen aufgespannt.
Es ist ein unglaubliches Erlebnis in seiner Hängematte zu liegen, das Meer rauschen zu hören und oben in den Bäumen Brüllaffen zu entdecken, die miteinander spielen und sich frei bewegen.

Weiter geht es in das beschaulichere Montezuma, das kleine verschlafene Hippiedörfchen. Hier fühle ich mich auf Anhieb wohl, alles ist sehr ruhig und entspannt. Es gibt nicht viel in dem kleinen Zentrum, aber das macht gerade den Charme aus. Haben Sie schon einmal von Bio-Lumineszenz gehört? Dieses Naturschauspiel kann nur an bestimmten Orten entdeckt werden, so zum Beispiel in Montezuma. Bei Sonnenuntergang mit einem kleinen Boot rausfahren und dann unter klarem Sternenhimmel ins Meer hüpfen, um dann das Leuchten um sich herum zu sehen hat schon etwas sehr Magisches!
 

Walbeobachtung am Whales Tail

Mit der Fähre geht es am frühen Morgen weiter zu unserer nächsten Station Uvita – ebenfalls an der Pazifikküste gelegen. Das Besondere an diesem Ort ist der Nationalpark Marino Ballena. Am Ende der Bucht befindet sich der sogenannte Whales Tail, der nur bei Ebbe sichtbar wird. Von hier aus starten viele Walbeobachtungstouren. Buckelwale sind wohl hier keine Seltenheit – wie passend einen Wal am Whales Tail zu sehen!

Mein Tipp: Unbedingt den Sonnenuntergang im Nationalpark schauen! Der Strand wird in ein besonderes Licht gehüllt.
 

Artenreichtum im Corcovado Nationalpark

Als nächstes wartet der einzigartige Corcovado Nationalpark auf uns. Hier soll es sogar Jaguare und Tapire geben! Wir sind gespannt, was uns erwartet. Zugegeben, die Fahrt in den Park über Puerto Jimenez ist etwas abenteuerlich, aber lohnt sich wirklich allemal! Dieser abgeschiedene Ort ist kaum zu schlagen. Man verspürt fast augenblicklich eine innere Ruhe und den Einklang mit der Natur – das hat mich wirklich tief berührt. Einfach sein und die Natur auf sich wirken lassen – mehr braucht es hier fast nicht. Beim Yoga entspannen, während man das Rauschen des Meeres hört und die morgendlichen Rufe der Brüllaffen – kann es surrealer werden? Ja, kann es! Wenn man morgens beim Frühstück sitzt, einem die Sonne ins Gesicht lacht und direkt über einem im Baum freilebende rote Aras sitzen… Diese Eindrücke werden für immer in meinem Herzen bleiben!
 

Nebelwald once again

Unser letzter Stopp führt uns zurück in den Nebelwald, aber diesmal in das untouristische Chirripó-Tal. Ein Paradies für Ruhesuchende und Wander-Fans und für uns die perfekte Vorbereitung auf den deutschen Frühling. Hier sind es nämlich statt 35 Grad, nur etwa 23. Auch hier gibt es heiße Quellen, aber weniger touristisches Angebot. Man sieht noch kleinere, typische Orte und das authentische Leben. Unsere Unterkunft, das Hotel Rio Chirripó, überzeugt mit köstlicher Verpflegung aus regionalen Zutaten. Absolut begeistert hat mich das Püree aus Kochbananen! Geweckt wird man morgens mit einem kleinen Gruß aus der Küche, in Form eines Picknick-Korbs mit frischen Smoothies und etwas Gebäck.

Nach viel zu kurzen drei Wochen wird es Zeit für die Heimkehr – wo ist die Zeit geblieben? Unseren letzten Tag verbringen wir in San José, einer typisch lateinamerikanischen Stadt, mit viel Getümmel, Straßenhändlern und Autos. Nach so viel Zeit in der Natur müssen wir uns erstmal wieder an so viele Geräusche gewöhnen.

Ich werde die morgendlichen Weckrufe der Brüllaffen und die abendlichen Geräusche des Regenwaldes sehr vermissen. Auch das viele frische Obst und die gesunden Säfte, die an jeder Ecke angeboten werden. Mein absoluter Favorit: Jugo de Guanabana (auf Deutsch Sauersack). Wie kann etwas, das so lecker schmeckt, so einen Namen haben?!

 

zu unseren Yoga-Rundreisen in Costa Rica

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

NEUE WEGE Reiseexpertin Carina Sesterheim