29.11.2018Teilen

Interview mit Jürgen Laske von der Bausinger Yogamanufaktur – Teil 1

Wir freuen uns Ihnen Jürgen Laske von der Bausinger Yogamanufaktur vorstellen zu dürfen, ein langjähriger Kooperationspartner für nachhaltige Yoga-Produkte.

Im ersten Teil des Interviews mit dem Geschäftsführer erfahren Sie unter anderem wie er zum Unternehmen kam, was das besondere an der Bausinger Yogamanufaktur ist und wie Nachhaltigkeit dort gelebt wird.

Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews mehr darüber, wie Jürgen Laske selbst zum Yoga kam, über seinen Yogastil Kundalini und die  Verbindung von Ayurveda und Yoga.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Lieber Jürgen,
1. du bist seit 2015 Geschäftsführer und Inhaber von der Bausinger Yogamanufaktur in der dritten Unternehmergeneration, wie kamst du zum Unternehmen?

Ich hatte mich 2007 als Yogalehrer mit Yogakleidung unter dem Markennamen ZAMKARA selbstständig gemacht und war seit ein paar Jahren Zulieferer von Bausinger. Wir kamen sehr gut miteinander zurecht und es war ein tolles Zusammenarbeiten. Anno 2014 kam dann bei einem Meeting das Gespräch auf Zukunftspläne auf und ich ließ verlauten, dass ich gerne wieder nach Deutschland zurückkehren wollte. Da bot mir der vorige Inhaber Peter Bader spontan an, als sein Nachfolger und Teilhaber in die Firma Bausinger einzusteigen. Was ich dann im Jahr 2015 auch gemacht habe.

 

2. Vorher hast du 20 Jahre mit deiner Familie in Asien verbracht, was hast du dort gemacht und wie kam es dazu, dass du nach dieser langen Zeit wieder nach Deutschland zurückgekehrt bist?

Jürgen Laske ist Yogalehrer und Geschäftsführer der Yogamanufaktur Bausinger

Meine Frau arbeitete als Bekleidungsingenieurin in der Textilbranche. Sie machte eine tolle Karriere und hatte verantwortungsvolle Aufgaben in Indonesien, Shanghai, Hong Kong und zum Schluss in Bangladesh. Ich bin als gelernter Informatiker immer mitgereist und habe mir vor Ort Arbeit und Beschäftigung gesucht. Im Jahr 1999 habe ich in Shanghai über einen Nachbarn Yoga kennengelernt und gewusst: das ist mein Weg. Und bin ergo Yogalehrer geworden und habe für mehrere Jahre kaum eine Fortbildung, Workshop oder Seminar ausgelassen.

Daneben kümmerte ich mich um unsere beiden Kinder, während meine Frau für den Lebensunterhalt sorgte. Als Yogalehrer habe ich dann zehn Jahre Vollzeit unterrichtet und mich im Jahr 2007 mit Yogakleidung selbständig gemacht. Nach fast 20 Jahren Aufenthalt, Arbeit, Reisen und vielen Abenteuern in Asien wollten wir wieder etwas unserer Heimat zurückgeben – und haben entschieden, dass wir die zweite Hälfte unseres Arbeitslebens in Deutschland verbringen wollten. Da kam das Angebot von Peter Bader in die Firma Bausinger einzusteigen passend wie die Faust aufs Auge.

 

3. Frieder Bausinger ist nicht nur der Gründer des Unternehmens sondern auch der Erfinder der Schurwollmatte. Seit der Gründung 1977 habt ihr inzwischen auch andere Yogamatten und eine Vielzahl von Yogaprodukten im Sortiment. Was ist das besondere an euren Produkten?

Frieder Bausinger war nicht nur Erfinder der Schurwollmatte, sondern auch Yogalehrer. Und dies bedeutete von Anfang an ein hohes Mass an Bewusstsein und Achtsamkeit, wertiges und verantwortliches Arbeiten mit den Menschen in der Firma, den Zulieferern aber auch den Kunden. Das Besondere an unseren Produkten war und ist, dass die Produkte kompromisslos für Yoga und Meditation funktionieren und einen Mehrwert geben müssen. Bei der Herstellung achten wir auf hohe Qualität, Umweltfreundlichkeit und versuchen soweit es geht Ressourcen zu schonen. Daher auch der Gedanke der Regionalität.

 

4. „Bausinger Yogamanufaktur ist der vielleicht nachhaltigste Yogashop“. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Nachhaltigkeit heißt in unserer Lesart nicht nur ökologische und soziale Verantwortung bei der Entwicklung, bei der Produktion und dem CO2-neutralen Versand unserer Yogaartikel zum Kunden, sondern vor allem auch lange Nutzungsdauer der hergestellten Produkte. Das ist nun im ziemlichen Gegensatz zu den profitorientierten Weisheiten der Betriebswirtschaftler, da begrenzte Lebensdauer zwar höhere Nachkauf-Frequenz und damit höherer Umsatz, aber leider auch höherer Ressourcenverbrauch und Umweltbeeinträchtigung bedeutet.

Wir setzen auf möglichst langlebige Produkte aus möglichst regionaler und umweltfreundlicher Herstellung und freuen uns, wenn wir von zufriedenen Kunden außer Weiterempfehlungen über mehrere Jahre – naja - nichts mehr hören.

Nachhaltigkeit = ressourcenschonende Fertigung + soziale Verantwortung + Langlebigkeit + umweltfreundliche Entsorgung

So einfach ist eigentlich die Formel. Und damit das nicht nur leere Worthülsen und marktschreierische Attribute sind, lassen wir das von unabhängigen Organisationen wie GWÖ und GOTS überprüfen.

 

5. Bio, Fair und Nah. Die Grundwerte der Bausinger Yogamanufaktur, kannst du uns jeweils ein Beispiel nennen, wie ihr diese Werte bei eurer Produktherstellung genau umsetzt?

Bestes Beispiel sind unsere Meditationskissen, welche wir seit rund 25 Jahren in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen im Schwarzwald fertigen lassen. Die Stoffe sind GOTS-zertifizierte Bio-Baumwoll-Stoffe, welche wir in Deutschland bei unserem Hersteller für Baumwolldecken weben und färben lassen.

Auch unsere Futons werden aus Bio-Materialien in einer kleinen Nähwerkstatt auf der schwäbischen Alb genäht. Jüngstes Beispiel sind unsere neuen Baumwoll-Canvas-Taschen, welche eben nicht in Südchina, sondern im Böhmerwald (Tschechien) genäht werden.

 

6. Die Bausinger Yogamanufaktur hat zum einen die GOTS (Global Organic Textile Standard) Zertifizierung, zum anderen das Gütesiegel der Verbraucherschutzzentrale Niedersachsen. Kannst du uns eine kurze Zusammenfassung geben was sich hinter diesen beiden Auszeichnungen verbirgt?

GOTS ist der weltweit schärfste Bio- und Sozialstandard in der Textilbranche. Da ich mit meiner Frau viel Einblick in die Textilwelt habe, war es für uns klar, dass wir in der Bausinger Yogamanufaktur ebenfalls diese Königsdisziplin der Zertifizierung anstreben. Seit nunmehr drei Jahren genügen wir nachweislich den weltweit schärfsten Regeln der Textilbranche.

Das Gütesiegel der Verbraucherschutzzentrale Niedersachsen wurde uns verliehen, nachdem wir von Kunden dafür vorgeschlagen wurden. Dieses Gütesiegel kann weder gekauft noch beantragt werden, sondern wird von Endkunden vorgeschlagen und von einem unabhängigen Gremium überpüft. Von daher sind wir stolz darauf und verzichten lieber auf bekanntere, aber eher fragwürdige „Online-Qualitätssymbole“.

 

7. Du bezeichnest dich selbst als Weltenbummler und liebst das Reisen, wie begegnest du dem Thema Nachhaltigkeit bei deinen Reisen?

Reisen tue ich am liebsten mit meiner Frau und unseren beiden Hunden in unserem Allrad-Wohnmobil. Es ist ein ehemaliger Feuerwehr-Unimog mit selbstgebautem Aufbau, mittlerweile ein Oldtimer, welcher seit vielen Jahren mit uns durch die Welt fährt. Sind wir in dem Wagen unterwegs verbrauchen wir deutlich weniger Energie, Wasser, Strom, etc. als wenn wir zuhause in unserem Häuschen bleiben würden. Noch sparsamer wäre vermutlich Fahrrad und Zelt, aber wir genießen es, immer ein warmes Bett, einen Kocher und eine Toilette dabei zu haben. Letzter Urlaub war das Bummeln auf kleinsten Sträßchen und Wegen durch die Vogesen und das Elsass.

 

Hier geht es zu Teil 2 des Interviews mit Jürgen Laske.