23.12.2019Teilen

Die Legende der Rauhnächte

Es ist soweit: die vierte Kerze brennt, der Baum ist geschmückt, es duftet nach Plätzchen und köstlichem Essen und die Herzen leuchten voll Freude und Gelassenheit – Weihnachten ist da! Wir wünschen Ihnen Momente voller Achtsamkeit und schöner Erinnerungen, voller Lachen und Glückseligkeit, voller Entspannung und Ruhe. Genießen Sie die Feiertage mit Ihren Lieben und nutzen Sie diese besinnliche Zeit, um neue Energie zu tanken.

Für die besondere Zeit „zwischen den Jahren“ stellen wir Ihnen heute die Legende der Rauhnächte vor, in denen wir uns ab dem ersten Weihnachtstag befinden. Diese uralten Traditionen begleiten uns inspirierend und stärkend durch die nächsten besinnlichen Tage.

 

Die heilige Zeit der Rauhnächte

Jedes Jahr zum Jahresende beginnen die zwölf sogenannten Rauhnächte, denen in einigen Traditionen bei uns in Europa eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Sie starten am 25. Dezember und enden am 6. Januar. Die zwölf ergibt sich aus den sechs letzten Nächten des alten und den sechs ersten Nächten im neuen Jahr. Jede Nacht steht dabei für einen Monat des neuen Jahres.

Um die Differenz zwischen zwölf Monaten in Mondphasen (354 Tage) und dem Sonnenjahr (365 Tage) auszugleichen fügten die Kelten 11 Schalttage ein – und sahen diese Tage nun als außerhalb der Zeit liegend an. In anderen Überlieferungen beginnen die Rauhnächte bereits am Tag der Wintersonnenwende, also am 21. Dezember.

Diese Tage waren für unsere Vorfahren nicht nur die dunkelsten im Jahr, sondern stehen auch für einen Neubeginn – zwölf Nächte voller Magie, Legenden, Märchen und Mythen.

In dieser Zeit stehen die Tore zur Anderswelt offen, so sagt man. Dadurch können wir in Kontakt mit unseren Ahnen und anderen spirituellen Welten treten. Es heißt sogar, dass Träume, die man in den einzelnen Nächten hat im jeweils zugeordneten Monat des neues Jahres in Erfüllung gehen.

In einigen Traditionen war und ist es üblich Haus und Hof zu reinigen, um böse Geister und Krankheit abzuwehren. An manchen Orten (Alpen) wurde dies durch Maskenumzüge getan. Gleichzeitig war es dort die Zeit, in denen Tiere eine besondere Bedeutung zukam. Dieser Bezug lässt sich über das Wort „rauh“, mittelhochdeutsch für „ruch“ = haarig erklären, was sich auf Tierfell bezieht.

Allen Traditionen der Rauhnächte bis heute gemeinsam, ist das gründliche Reinigen mit Räucherritualen.

Das Räuchern ist ein wesentlicher Bestandteil der Rauhnächte. So wie wir uns regelmäßig waschen und reinigen, ist es für die Räume in denen wir leben notwendig, sie gründlich zu reinigen, zu putzen und auszumisten. So lassen wir Altes hinter uns und machen uns bereit für Neues.

Die Rauhnächte sind eine wunderbare Möglichkeit, mit sich selbst in Kontakt zu kommen, sich Gedanken zu machen über die eigenen Bedürfnisse, Belastungen und Wünsche und sein Leben „aufzuräumen“.

 

Rituale für die Rauhnächte

• Aufräumen und Putzen der Wohnung und ihrer Umgebung

• Bringen Sie Klarheit in Ihr Haus oder Ihre Wohnung und räuchern Sie es mit Salbei, Weihrauch, Wacholder, Myrrhe, ampfer und Engelwurz aus

• Begleichen Sie Ihre Schulden und geben Sie Geliehenes zurück

• Klären Sie alle offenen Angelegenheiten

• Blicken Sie auf das Jahr zurück, wofür sind die dankbar? Was war schön in diesem Jahr?

• Schreiben Sie auf, was Sie nicht ins neue Jahr mitnehmen möchten und verbrennen Sie den Zettel mit allem, was Sie gerne loslassen wollen

• Üben Sie sich in einer inneren Einkehr durch Meditation

• Schreiben Sie alle Ihre Träume, Wünsche und Ideen in ein Tagebuch

 

Als Heilige Nächte haben unsere Vorfahren in dieser Zeit keine Arbeit verrichtet, sondern die Tage mit Feiern in der Familie verbracht.

Lassen Sie uns diese Zeit nutzen, um neue Energie zu sammeln, alles Alte loszulassen und frei in ein neues Jahr zu starten!