Bergdorf in den Bergen von Madeira
13.05.2026 NEUE WEGE Yogalehrerin Sarah Schlifter

Ostern auf Madeira: Yin Yang Yoga über dem Atlantik


Levada Wanderung auf Madeira durch eine blühende Landschaft Alpino Atlantico

Ein Yoga-Retreat, das tiefer ging als erwartet

Es gibt Reisen, die man gut findet. Und es gibt Reisen, die man nicht so schnell vergisst. Diese hier war letzteres – eine glatte 12 von einer 10. Madeira empfing uns mit genau der richtigen Temperatur: zwischen 14 und 22 Grad, und besonders die ersten Tage wurden wir mit Sonne verwöhnt. Wie gut es der Seele tut, sich Anfang April wärmen zu lassen.

Nach einer gut 30-minütigen Fahrt vom Flughafen Funchal kam ich im Hotel Estalagem da Ponta do Sol an und kam zunächst aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schon die Ankunft ist besonders: Per Aufzug, der in den Fels gemeißelt ist, gelangt man zur Rezeption. Das Hotel beeindruckt mit durchdachten Designstücken, einem Outdoor-Pool, vielen Außenbereichen zum Sitzen, einem beheizten Whirlpool und vielen weiteren Annehmlichkeiten. Was mich persönlich am meisten verzaubert hat, war die großzügige Grünanlage – die mächtigen Palmen, die üppigen Pflanzen und die besondere Lage hoch über dem Meer. Eines Abends gesellte sich eine schwarze Katze zu unserer Yoga-Stunde und blieb. Anscheinend spürte sie die Ruhe, die von der Gruppe ausging.

Morgens, während die meisten Gäste noch schliefen und die Vögel ihre kostenfreien Konzerte gaben, begannen wir mit einer kraftvollen Yang-Praxis – stets mit wechselnden Fokusthemen wie Hüfte, Nacken, Schultern & Wirbelsäule oder Core. Ein perfekter Start in den Tag! 
Anschließend freuten sich alle auf ein stärkendes Frühstücksbuffet mit frischer Maracuja, Ananas, Melone, Müsli, Brötchen, frischem Ingwertee und vielen weiteren Köstlichkeiten. Nach dieser ersten Mahlzeit des Tages gehörte der Tag jedem selbst – Zeit für Ausflüge, Wanderungen, Erholung oder ganz einfach Nichtstun am Pool. Am Abend fanden wir uns dann zur 120-minütigen Yogaklasse auf der Plattform hinter dem Spa-Bereich mit Meerblick wieder.

Schon am zweiten Tag war spürbar, wie eng die Gruppe zusammen wachsen wird. Und ich denke, dass hat uns alle positiv überrascht. Es wurde über persönliche Themen gesprochen, gelacht, geteilt. Nach kurzer Zeit fühlte es sich bereits wie ein „Yogaurlaub mit Freunden" an. Am ersten Abend saßen wir beim Essen noch zu viert am Tisch, inklusive mir als Lehrerin. Jeden Tag wurde unsere Runde größer: Am nächsten Abend waren wir bereits sechs, bald darauf neun. Zwei angemeldete Teilnehmer mussten leider kurzfristig absagen.

Spannend war auch, dass die Gruppe insgesamt aus fünf Lehrer*innen bestand. Ob Tagesausflug in die Hauptstadt Funchal, Levada-Wanderung durch die grüne Natur des Südwestens oder ein kurzer Abstecher ins benachbarte Ribeira Brava. Die Gruppe wollte viel gemeinsam erleben. Besonders schön ist, dass das Hotel diesen Shuttle-Service seinen Gästen kostenlos anbietet. Die langen und intensiven Abendklassen gaben uns den Raum, die Praxis wirklich in der Tiefe zu spüren. An einem Tag entschieden wir uns gemeinsam für ein Asana-Labor: Jede und jeder durfte zwei bis drei Asanas auswählen, die wir dann gemeinsam besprachen und sorgfältig anleiteten. Viele Fragen, die sonst im Alltag offen bleiben, fanden hier ihren Platz. Mehrere Klassen wurden von Düften und Aromaölen von mir begleitet oder mit einer Fantasiereise und einem Body Scan beendet.

Besonders berührend: zu beobachten, wie Menschen in dieser Woche über sich hinauswuchsen. Wie jemand, der vielleicht mit einer Erwartung kam, mit etwas völlig anderem – etwas Größerem – nach Hause fuhr. Die Yogapraxis auf ein anderes Level heben, das klingt technisch. Aber gemeint ist oft etwas Tieferes: sich selbst wiederzufinden. Oder zum ersten Mal wirklich anzukommen.

Die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft des gesamten Hotelpersonals rundete diese Woche zu einem wirklich tollen Erlebnis ab. Eins ist klar: Madeira wird mich wieder sehen!

 

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