29.10.2026 Katharina Hegemann

Ein grünes Nest in Goa

Meine persönliche Ayurveda-Auszeit im The Postcard Sitaram – Teil 1

 

Ich gebe es zu: Auf diesen Besuch war ich besonders neugierig. Seit einem Jahr ist das The Postcard Sitaram in Goa geöffnet, ein kleines Boutique-Ayurveda-Retreat, das ich endlich selbst erleben wollte. Als Geschäftsführerin von NEUE WEGE Reisen und leidenschaftliche Ayurveda-Liebhaberin schaue ich mir solche Orte natürlich mit zwei Augen an: mit dem Herzen einer Reisenden und mit dem Blick einer Hotelierin, die weiß, wie viel Liebe, Wissen und Arbeit hinter einem gelungenen Gästeerlebnis stecken.

Was ich gefunden habe? Einen Ort, an dem ich mich vom ersten Moment an erstaunlich zuhause gefühlt habe.


Eine Reise zurück in die Zeit

Schon die Anreise ist ein Genuss. Rund eineinhalb Stunden fahre ich vom Goa International Airport durchs grüne Inland, vorbei an alten kolonialen Wahrzeichen, immer tiefer in die tropische Landschaft. Irgendwann frage ich mich, ob wir tatsächlich noch zu einem Hotel fahren.

Und dann bin ich da: eine wunderschöne koloniale Villa, versteckt zwischen Mango- und Frangipanibäumen. Es fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise. Ich beziehe mein Zimmer im Erdgeschoss der Banyan Tree Villa und der Name ist Programm: Von hier aus blicke ich auf einen beeindruckenden, rund 350 Jahre alten Banyanbaum. Ich bin verzaubert.

Im Zimmer wartet eine frische Kokosnuss, auf dem Himmelbett liegen liebevoll gestaltete Willkommenspostkarten. Der Name Postcard ist hier wirklich Programm. Ich liebe solche Details! Man merkt sofort, wenn Menschen mit Erfahrung und echter Freude am Gastgeben am Werk sind. Nichts wirkt aufgesetzt, nichts beliebig. 

Ayurveda, das wirklich persönlich ist

Meine erste Konsultation findet mit Chefärztin Dr. Resmi und Dr. Sridhar statt, der neben seiner ayurvedischen Arbeit auch naturheilkundlich tätig ist und Yoga unterrichtet.

Dr. Resmi beeindruckt mich besonders. Ihr Hintergrund in der Frauenheilkunde und die Tiefe ihres Wissens ist beeindruckend. Während ihrer eigenen Schwangerschaft hat sie sogar eine App entwickelt, um ihr Wissen rund um Frauengesundheit zugänglich zu machen. Ich finde das unglaublich spannend. Gerade weil Ayurveda für mich so viel mehr ist als Wellness. Es geht darum, den Menschen wirklich zu verstehen und individuell zu begleiten. Dr. Resmi hat gemeinsam mit Dr. Vignesh studiert und leitet nun bereits ihr drittes Retreat. Ein gutes Match, denke ich mir!

Dr. Resmi erstellt meinen persönlichen Behandlungsplan, stimmt die Yogaeinheiten mit Dr. Sridhar ab und empfiehlt mir zusätzlich Akupunktur. Besonders neugierig macht mich eine weitere Empfehlung: eine Ozontherapie, die sie bei mir im Zusammenhang mit meinem Haarausfall einsetzen möchte. Das ist neu für mich!

Dabei wird medizinisches Ozon eingesetzt, eine besondere Form des Sauerstoffs, die in der integrativen Medizin für verschiedene Anwendungen untersucht wird. Vor allem bei der lokalen Wundbehandlung gibt es Forschungsansätze; auch bei bestimmten Gelenk- und Hautproblemen wird ihr möglicher Nutzen erforscht. Wichtig ist dabei, dass die Anwendung individuell ärztlich geprüft wird. Sie gehört nicht zur klassischen Ayurveda-Lehre, kann aber in einem integrativen Behandlungskonzept ergänzend diskutiert werden.

Ich finde es spannend, wie hier unterschiedliche medizinische Ansätze zusammenkommen. Ob und wie die Therapie in meinem Fall sinnvoll ist, möchte ich natürlich mit dem Ärzteteam besprechen und bin gespannt, mehr darüber zu erfahren.

Mindestens genauso begeistern mich die Behandlungen selbst. Die Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten mit einer Präzision und Fingerfertigkeit, die mich staunen lässt. Wo sie das gelernt haben? Dr. Resmi erzählt mir von ihren zehn Jahren in der Leitung eines Ayurveda-Retreats auf Bali. Vielleicht erklärt das einen Teil dieser Qualität.

Nach der Behandlung schwebe ich förmlich zurück in mein Zimmer. Und ja, ich meine das genau so.

Ein Banyanbaum, köstliches Essen und kleine Glücksmomente

Gegessen wird je nach Wunsch im Pavillon mit Blick auf den Banyanbaum oder im Restaurant. Für mich ist die Entscheidung schnell getroffen: Ich möchte draußen sitzen. Von diesem Baum kann ich einfach nicht genug bekommen.

Auch kulinarisch überzeugt mich das Retreat. Die Speisen folgen dem ayurvedischen Diätplan und sind auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Mich freut besonders, dass die Küche nicht nur ausgewogen und bekömmlich ist, sondern auch meinen Proteinbedarf berücksichtigt. Gesundes Essen heißt eben nicht Verzicht auf Genuss.

Alles ist auf hohem Niveau, ohne steif zu wirken. Das Team ist aufmerksam, herzlich und so charmant, dass ich mich fast wie bei Freunden fühlt.

Nach dem leichten Abendessen gehe ich glücklich auf mein Zimmer. Und dort liegt sie wieder: eine Postkarte. Diesmal mit einer persönlichen Botschaft des Teams und einem lieben Gute-Nacht-Wunsch.

Ich muss schmunzeln. Wie schön ist das bitte? Als Hotelierin weiß ich, dass solche Aufmerksamkeiten nicht zufällig entstehen. Hier denkt jemand wirklich mit. Ich fühle mich gesehen, umsorgt und bestens aufgehoben.

 

Weiterlesen im Teil 2

 

zum Sitaram The Postcard Old Goa


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