03.07.2018Teilen

Ein magischer Ort: Zen Resort auf Bali - Reisebericht

Paradise is a place on earth: It’s called Zen Resort in Bali.

Ich bin im Juni 2018 von Zürich nach Bangkok geflogen. Dieser Flug dauerte bereits elf Stunden. Danach nochmals vier Stunden nach Bali. Ich wusste, dass mich am Flughafen in Denpasar ein Chauffeur des Zen Resorts erwarten würde, der ein Schild mit meinem Namen sichtbar vor sich hielt. Ich war mir sicher, dass das schon nicht so schwer werden wird, den zu finden. Am Flughafen angekommen hätte ich am liebsten ein Foto gemacht. Es standen hunderte Fahrer dort, die mit einem Namensschild auf ihren Gast warteten. Nichts desto trotz hatte ich meinen Fahrer innerhalb wenigen Minuten gefunden. Er hat mich ganz herzlich in Empfang genommen und dann ging es auch schon weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit, ca. vier Stunden, da starker Verkehr herrschte, sind wir dann im Resort angekommen.

Kaum hatte ich das Auto verlassen, wurde ich schon mit einem Blumenkranz um den Hals empfangen und mit einem leckeren Erfrischungsgetränk zur Rezeption gebeten. Kaum hatte ich mich gesetzt, bemerkte ich auch schon, dass an diesem Ort eine wahnsinnige Ruhe herrscht. Eine Entspannung, die mir bisher fremd war.

Ein Mitarbeiter hat sich dann gleich um mein Gepäck gekümmert und mich in meine Villa begleitet. Eigentlich hatte ich ein Zimmer mit einfacher Ausstattung erwartet. Als ich dann jedoch sah, wo ich residieren werde, rutschte mir fast mein Herz in die Hose. Eine wunderschöne Außendusche unter dem Sternenhimmel wartete auf mich. Daneben eine riesige, im Boden versenkte, Badewanne. Danach ging es in eine Art Zwischenraum mit Garderobe, durchsichtigem Waschbecken, Spiegelkommode und Toilette. Eine doppelseitige Tür lud ins Schlafzimmer ein. Hohe Decken, ein Himmelbett und eine Schaukel befanden sich im Raum. Ich musste mich bei diesem wunderbaren Anblick erst einmal setzten.

Kommen Sie bei einer Meditation im Grünen zur Ruhe

Nach ein paar Minuten klopfte es an meiner Schranktür. Ich erschrak, und fragte mich, wer das wohl sein könnte in meinem Schrank. Als ich diese Tür öffnete, bemerkte ich erst, dass es kein Schrank war, sondern mein paradiesischer Balkon, auf dem sich eine Art Butler befand, der freundlich fragte, ob ich gerne zum Nachtessen kommen möchte. Ich nickte wohlwollend, denn schon seit mehreren Stunden hat sich ein Hungerloch in meinem Bauch gebildet. Ich sagte, dass ich in wenigen Minuten kommen würde. Als ich zur Tür hinausging, bemerkte ich eine Blumenstraße, welche das Resort extra für mich gemacht hatte, damit ich den Weg ins Restaurant gleich finden würde. Mir wurde bereits bei diesem Anblick sehr warm ums Herz.

Das Essen? Was soll ich dazu sagen? Ich bin in dieser Hinsicht sehr verwöhnt, da ich es gewohnt bin in Gault-Millau Restaurants zu essen. Das Zen Resort hat mich enorm überrascht. Mein verwöhnter Gaumen war sehr glücklich. Alles wurde wunderschön und gut portioniert angerichtet. Pyramidenförmige Reisberge, mit gegrillten Hühnchen aufgereiht, Fladenbrot und Sauce bildeten eine Komposition für sich. Traumhaft.

Der erste Tag begann dann bereits um 6:00 Uhr morgens mit der Sunrise Meditation. Ich wusste nicht genau, was mich da erwarten würde, da ich bis dahin von stundenlangem Sitzen im Lotus Sitz und Atemübungen nicht viel hielt. Es war jedoch alles ganz anders. Zuerst wurden Lockerungsübungen durchgeführt, gestreckt und gedehnt. Gefolgt von „Pranayamas“. Da ich unter Asthma leide, hat mich das bereits sehr stark interessiert. Hinter diesem Wort stecken Atemtechnik-Übungen. Etwas, dass ich in Europa noch nie gesehen habe. Durch verschiedene Bewegungen der Zunge wird zum Beispiel eingeatmet und durch die Nase wieder ausgeatmet. Ganz einfach ausgedrückt. Danach folgte ein kurzer Meditationsteil. Dabei haben wir wunderschöne Dinge visualisiert, bunte Farben eingeatmet, andere wieder ausgeatmet.

Es folgten wahrlich magische Rituale, um positive Energien zu laden und negative loszuwerden. Während der ganzen Stunde färbte sich der Himmel langsam gold, gelb-orange. Um 6:30 Uhr wurde der Himmel von der Sonne erleuchtet und der Himmel begann zu strahlen. Einer der wunderschönsten Anblicke überhaupt.

Danach ging es weiter auf die Yoga-Terrasse. Zuerst durften wir aber alle Tee mit Honig trinken. Die Yoga-Stunde wurde mit einem Gebet eröffnet, wobei das Gebet gesungen wurde. Ein sehr schönes Ritual. Der Glaube in Bali ist generell sehr wichtig, vor allem alles was mit dem Karma zu tun hat. Die Yoga-Stunde war auf mittlerem Niveau. Als fortgeschrittene Yoga-Praktizierende hat es mir dennoch sehr gefallen, da ich nicht täglich eine Yoga-Stunde absolvieren wollte, nach der ich nur noch mit Schmerzen den Tag verbringe.

Um 8:00 Uhr war dann das Frühstücksbuffet eröffnet. Wir bekamen alle einen leckeren Früchteteller mit Wassermelonen oder Drachenfruchtsaft. Danach konnte jeder aus dem Menü aussuchen, was er wollte. Von europäischem Müsli bis Omelette und Reis war so ziemlich alles dabei.

Danach stand auch schon der erste Termin beim Ayurveda-Arzt an. Pulsdiagnose und viele Befragungen wurden durchgeführt, woraufhin dann mein Programm für die nächsten zwei Wochen zusammengestellt wurde. Aufgrund der körperlichen Verfassung und des Typus, der man ist, werden die zu benutzenden Doshas festgelegt und die Massage-Arten, welche helfen sollen, das Innere ins Gleichgewicht zu bringen.

Ich hatte zum Beispiel fast täglich zwei Massagen auf dem Programm mit fast immer zwei Therapeuten. Vor jeder Behandlung standen Frauen in verschiedenen Positionen um mich herum und haben ein göttliches Gebet gesungen. Es war vielmehr eine Art himmlische Hymne, die mich ganz tief berührt hat. Es hat sich angefühlt, als ob diese Frauen ihre ganze Liebe in mich hinein fließen ließen. Etwas sehr Emotionales, dass man kaum in Worte fassen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Bei den Massagen glitten Ihre butterzarten Hände mit Öl über meinen Körper und ein sehr geborgenes Gefühl entstand. Eine derart tiefe Entspannung hatte ich bisher nur sehr selten erlebt. Jede Massage war ein Gedicht für sich und die Art wie Sie mich pflegten war vom Gefühl her ähnlich, wie eine Mutter ihr neugeborenes Baby hegt und pflegt. Etwas ganz Besonderes.

Der Besitzer des Resorts ist außerdem für das seelische Wohlbefinden zuständig. Eine Art Mentor, der jederzeit da ist und den man für jegliche Themen aufsuchen kann. Je nachdem, was man so an innerem Gepäck mit sich trug, konnte man den magischen Baum besuchen, der unglaubliche Visionen auslösen konnte oder eine Chakra Massage buchen, die ganz tiefe emotionale Punkte in einem anregte. Für jeden war etwas ganz Besonderes dabei.

Obwohl ich alleine dahin gereist bin, war ich keinen Tag lang alleine. Alle Gäste wurden von Anfang an immer an einen Tisch gesetzt und wir haben uns durch wahnsinnig lustige Fragerunden kennengelernt. Dabei ging es nicht darum zu sagen, wie man heißt und von wo man kommt. Es galt, andere Fragen zu beantworten. Etwas lustig war zum Beispiel die Frage: „Was ist die erste Liebe, an die du Dich erinnern kannst?“ Dabei war nicht die Liebe zum anderen Geschlecht gemeint, es ging vielmehr darum, sich zu erinnern, an das Allererste in der Kindheit, wofür man Liebe empfand. Dabei kamen Geschichten heraus wie die erste Liebe zum Hamster, zur Lehrerin oder zum Nachbarsjungen. Durch diese Fragerunden kam immer sehr schnell ein Gefühl von Verbundenheit auf, was sehr schön war.

Was ich ganz besonders schön fand war, dass sich jeden Tag Überraschungen in meinem Zimmer befanden. Die Mitarbeiter waren äußert talentiert im Falten von Tieren aus Frottee-Tüchern und Bildern aus Blumenblüten. Schriften wir „Be in the moment“ aus Blumen gestaltet erwarteten mich auf dem Boden. Blumenbäder mit Herzen und wunderschöne Bilder aus Blumen wurden überall im Resort kreiert. Der ganze Aufenthalt war eine Abfolge von den schönsten Zeremonien und Ritualen, die man sich vorstellen kann. Ich habe dort eine Liebe erfahren, die ich mir nie vorstellen konnte, von fremden Menschen zu erhalten.

Es war kein normaler Urlaub, es war wie ein nach Hause kommen zu meiner Familie aus einer anderen Welt. Ich werde nie mehr vergessen, was die Zen Resort Familie mir alles beigebracht hat. Das Zen hat mich daran erinnert, dass das Leben etwas Wunderbares ist, egal was mich im Alltag erwartet. Dass man sich selbst lieben sollte, denn jeder Tag stand unter dem Motto: „glücklich sein“ – und das war ich auch.

Ich werde auf jeden Fall an diesen Ort zurückkehren und kann es auch nur wärmstens weiterempfehlen. Wenn ich ehrlich bin, fällt es mir sogar ein wenig schwer, diesen geheimen, magischen Ort weiterzuempfehlen, da ich es schade fände, wenn das Resort vom Massentourismus überschwemmt werden würde. Es ist etwas Einzigartiges.

Der Abschied fiel mir enorm schwer. Bisher war ich immer irgendwann froh wieder nach Hause zu gehen. Nicht so in Bali. Ich habe stundenlang Tränen vergossen, weil es mir einfach so schwer fiel, das Paradies zu verlassen. Zurück in der Schweiz kam ich mir zum ersten Mal in meinem eigenen Land vor wie eine Fremde. Die kulturellen Unterschiede sind einfach enorm und es fällt mir auch jetzt noch schwer, ohne die Magie von Bali hier zu sein.

Mein Körper ist hier, doch meine Seele ist noch immer bei der Zen Familie.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Nicole E.