26.05.2017Teilen

Reisebericht: Ayurveda-Kur im Kadaltheeram

Angekommen im Kadaltheeram Ayurvedic Beach Resort war mein erstes Gefühl Überwältigung. Ich habe mich wirklich gefühlt wie im Paradies, man geht durch einen wunderschönen Garten zur Rezeption. Dort hat mich der Manager mit einem Begrüßungsritual empfangen. Mir wurde ein Blumenkranz umgehangen und Heilerde auf die Stirn gesalbt. Dann brachte er mich in mein neues zu Hause für die nächsten zwei Wochen. Ein kleines, aber feines Zimmer in der ersten Etage mit fantastischem Meerblick vom Balkon aus. Statt einer Klimaanlage gibt es hier ganz ursprünglich einen Ventilator ;-). Kurz angekommen und ausgepackt, ging es schon weiter zu meinem medizinischen Erstgespräch mit Dr. Manu und seiner Frau - sehr erfahrene Menschen, denen man direkt die Ahnung von Ayurveda anmerkt. Körpercheck und Fragen über Fragen erfolgt, geht es zur ersten Behandlung - eine Wellness-Ganzkörpermassage - war das toll! Weiter ging es zum Mittagessen. Gut aufbereitetes Essen auf einem Bananenblatt serviert mit vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Zudem hat Sujino stets dafür gesorgt, dass mein Glas mit warmem Ingwer-Koriander-Wasser gefüllt ist.

Das Kadaltheeram ist ein kleines, familiär geführtes Haus

Um 7:00 Uhr beginnt meine erste Yogastunde mit Sunil Kumar, einem der bekanntesten Yogalehrer aus Kerala. Wahnsinn, welche Atmosphäre dieser Mann nur durch seine Anwesenheit in den Raum bringen kann, absolute Ruhe, Gelassenheit und Frieden. Nach dem Frühstück hatte ich heute meine erste Behandlung für meine Nebenhöhlen. Am Nachmittag erfolgte nach dem täglich stattfindenden Gespräch mit dem Arzt die nächste Behandlung. Die am Morgen ist meist kürzer, nachmittags plant man ca. 1,5 Stunden ein. Eine Ganzkörpermassage und anschließend wurden, in heißes Öl getränkte, Kräutersäcke über meinen Körper massiert. Kurz noch in die Sonne gelegt und zu Abend gegessen. Danach ging es weiter zu einem Lichterfestival – ein Geschenk des Hauses. Es ist toll zu sehen, wie unterschiedlich Kulturen sein können. Ich meine, bei uns gibt es auch Karneval, aber es ist etwas anderes. Die Menschen geben sich so viel Mühe etwas Wundervolles zu schaffen – und das nur für den einen Abend. Man merkt, wie viel Freude hier versprüht wird. Überall verschiedene Lichter – von einfachen Lichterketten bis hin zu leuchtenden Figuren. Kleine Theaterstücke, verkleidete, musizierende und tanzende Menschen.

Am nächsten Tag hat Patricia uns (Mutter und Tochter aus der Schweiz und mir) das Kliff gezeigt. Ziel war es: wir schauen ein bisschen herum und gehen in einen Schmuck- und Gewürzladen. Das Kliff ist eine Straße an einem Kliff, das direkt auf einen Sandstrand zugeht. Hier sah ich dann auch zum ersten Mal ein paar Touristen. Letztendlich waren wir 80% der Zeit im Schmuckgeschäft – wir wurden überwältigt von tollen Edelsteinen und Diamanten :-).

Am fünften Tag habe ich sehr gut ausgeschlafen und den Tag wieder mit Yoga begonnen. Nach dem Frühstück, dem ärztlichen Gespräch, den Behandlungen und dem Mittagessen, wollten wir heute in den Gewürzshop, den wir ja schon beim letzten Mal besuchen wollten. Tuck-tuck angerufen, losgefahren und beim Tücher- und Kleidergeschäft hängen geblieben, auf die Uhr geguckt – keine Zeit mehr, nach Hause gefahren, zu Abend gegessen, Meditationsstunde genommen, Kniffel gespielt, schlafen gegangen: es kommt immer anders als man denkt.

Der siebte Tag hat genauso entspannt angefangen wie der zuvor, nur dass ich zu müde zum Yoga war. Der Arzt entschied heute, dass ich meine Behandlung wechseln kann, eine Fußmassage am Morgen und um 11:30 Uhr eine Ganzkörpermassage und danach wird mir mit sanften Bewegungen warm-heißes Kräuterwasser über meinen Körper gegossen – ich habe mich gefühlt als würde ich schweben – so eine schöne Behandlung.

Nachdem gestern ein anstrengender Shoppingtag geendet ist, war es heute wieder sehr entspannt. Yoga, Behandlungen und ausgiebiges Sonnenbaden sowie meine erste Runde im Meer – das war toll!! Das Mittagessen war heute sehr schön angerichtet und es gab tolle unterschiedliche Gemüsesorten mit leckerem Reis, serviert auf einem Bananenblatt; zudem gibt es sonntags sogar Nachtisch. Ein Linsenpüree, das leicht nach Karamell geschmeckt hat sowie Bananenchips und mit Palmzucker kandierte Bananen.

Am zehnten Tag habe ich mich sehr fit gefühlt. Die Reinigung hat mir noch einmal einen richtigen Erholungsschub gegeben :-) – kann ich nur empfehlen. Nach Yoga, Frühstück, Behandlungen, einem ausgiebigen Sonnenbad, sind wir dann heute noch einmal in die Stadt gefahren. Gewürze, Naturkosmetik, Kaschmir – alles war dabei. Wir haben zwischendurch eine Frau getroffen, die extrem geschmückt und sehr auffällig gekleidet war. Das macht man hier so, wenn man 25 Jahre verheiratet ist – schön, immer wieder die verschiedenen Facetten unterschiedlicher Kulturen kennen zu lernen :-). Nach einem kurzen Drink mit Sonnenuntergang sind wir dann zurück zum Abendessen gefahren und nach der Meditationsstunde habe ich mich dann auch schon ins Bett verabschiedet.

Heute am 11. Tag haben wir einen Halbtagesausflug zusammen gemacht. Der erste Stopp war eine englische Festung und weiter ging es zum Leuchtturm, hinauf geklettert hat man hier eine wunderschöne Sicht über die indische Naturschönheit. Anschließend sind wir zum Anleger zum Golden Island gefahren. Nach einer wunderschönen Bootstour, kamen wir dann auf der heiligen Insel an. Wir waren ganz allein dort, eine wahnsinnige Ruhe, die fast schon überwältigend war. Hier haben wir den Tempel und den Snake God gesehen sowie eine Münze, begleitet von unseren Wünschen, in einen Brunnen geworfen. Die Rückfahrt im Boot ist sehr zu empfehlen – diese Idylle habe ich noch nicht erlebt.

Der 14. Tag – mein letzter Tag. Meine letzten Behandlung habe ich noch einmal richtig genossen :-). Nun hatte ich mein Abschlussgespräch mit Dr. Manu. Er hat sich sehr viel Zeit genommen für alle Fragen, die ich noch hatte. Anschließend hat Patricia mir noch einen Tempel gezeigt. Das war eigentlich das schönste Erlebnis des ganzen Urlaubs. Die Magie, die hier herrschte, kann man sich nicht vorstellen. Es hat schon leicht gedämmert, alle Kerzen waren angezündet und die Menschen waren so friedlich. Hier habe ich gemerkt, wie entspannt ich bin.

Am Abfahrtstag wurde die familiäre Atmosphäre im Kadaltheeram noch einmal besonders deutlich. Der Nachtwächter und Sujino standen am Tor und haben mir gewunken – los ging der Weg in die Realität nach Deutschland.

Zusammengefasst war es eine wundervolle Reise und ich würde es jederzeit wieder machen und natürlich auch wieder im Kadaltheeram!

Katharina N.

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Katharina N.