09.05.2017Teilen

Interview mit Vini-Yogalehrerin Marion Schuster

Seinem Körper etwas gutes tun, ihn jedoch nicht auspowern? Mit diesem Wunsch startete NEUE WEGE-Yogalehrerin Marion Schuster ihren Yoga-Weg.

Liebe Marion,
seit wann übst du Yoga und wie bist du zum Yoga gekommen?

Ich übe Yoga seit 2007. Damals habe ich eine sportliche Alternative gesucht und bin auf meinen ersten Yogakurs gestoßen. Ich wollte mich bewegen und dehnen, aber nicht auspowern.
Nach dem ersten Kurs hat es mich nicht mehr losgelassen. Ich spürte, wie gut die Asanas meinem Körper taten und wie sich durch die Yoga-Philosophie meine innere Haltung gegenüber den äußeren Umständen änderte.

Und wie kam es, dass du dich entschieden hast, Yogalehrerin zu werden?

Anfangs waren mir die Zusammenhänge noch nicht so bewusst. Ich fühlte nur, irgendwas steckt dahinter, was mich tiefer berührte. Ich wollte mehr wissen, von dem was mir gut tat. Ich fühlte, dass es mir nach den Yogastunden besser ging als vorher. Ich wurde selbst-bewusster, gelassener und fühlte mich „mehr bei mir angekommen“.
Als ich meine Yogalehrer-Ausbildung begann, hatte ich noch nicht die Absicht irgendwann zu unterrichten :-).
Ich wollte mich persönlich weiterentwickeln und mehr über mich lernen. Die Yogaphilosophie bietet wirklich tolle Ansätze, seine eigenen Gewohnheits- und Reaktionsmuster zu erkennen und zu ändern.

In den Ausbildungsseminaren kam es mir oft vor, als ob mich durch das Yogawissen jemand, der mich nicht kennt, beschreibt. Eine „Leitfaden“ sozusagen, durch den mir mein Verhalten (und das meiner Mitmenschen) bewusster wurde.
Erst als ich meine Prüfung schrieb, kam bei mir der Wunsch zu unterrichten. Ich dachte, dass es schade wäre, wenn ich das Wissen, was ich in der Ausbildungszeit erfahren hatte, für mich behalten würde. Es war mir so hilfreich in vielen Situationen und würde das sicherlich für viele andere auch sein. Das war der Beginn.

 

Gibt es etwas, was du an Yoga besonders schätzen gelernt hast und wie würdest du deinen Yoga-Stil beschreiben?

Der Yoga gibt mir immer wieder die Möglichkeit aus dem Autopiloten rauszukommen und damit eine klarere Sicht der Dinge zu haben. Das hilft mir sehr, gelassener zu bleiben und „mehr in meiner Mitte zu sein“. Ich schätze auch sehr, wie gut ich den Yoga im Alltag gebrauchen kann. Wenn es mal zu viel wird, wenn mal was nervt, wenn man nicht mehr weiß, was man als erstes tun soll.

Mein Stil basiert überwiegend auf dem Vini-Yoga. Das ist eine Yogarichtung, die das körperliche und auch die klassische Yoga-Philosophie gut vereint. Die Übungen werden dabei an die Übenden angepasst und nicht umgekehrt. Schließlich ist jeder ein Individuum, und hat eine andere Anatomie und andere Voraussetzungen. Das bedeutet, dass die Übungen auch abgeändert werden, so dass diese für den einzelnen geeignet ist. Wenn jemand z.B. Nackenverspannungen hat, macht einfach nicht jede Übung Sinn.
Durch das Anusara-Lehrertraining auf Hawaii konnte ich meine Erfahrungen im körperlichen und auch in der Philosophie erweitern und herausfordern. Im Anusara-Yoga werden sehr präzise Ansagen in der Ausführung der Haltungen gegeben. Zudem gibt die tantrische Philosophie die Möglichkeit, seinen Blickwinkel zu verändern und offener zu werden.

Hast du einen Yogalehrenden, der dich besonders inspiriert hat?

Leider kann ich nicht alle mit Namen nennen, das würde den Interview-Rahmen sprengen ;-)

Besonders inspiriert hat mich Margarete Englmeier. Meine Ausbilderin der ersten YSS-Lehrerausbildung. Sie hat ein tiefes Wissen, das mich immer dort abholte, wo ich mich gerade befand.
Eberhard Bärr, der seine philosophischen Seminare so lehrt, dass man die Philosophie auch versteht. Durch ihn wird einem bewusst, dass es kein verstaubtes Wissen ist sondern das Jahrtausende alte Wissen des Yoga im aktuellen Zeitalter immer noch anwendbar ist.
Und Skeeter Tichnor, meine Ausbilderin auf Hawaii, die mich körperlich richtig (heraus-) gefordert und gleichzeitig mein Herz geöffnet hat.

Ende Mai begleitest du eine Reise mit NEUE WEGE nach Tirol ins Naturhotel Lechlife. Wem empfiehlst du diese Reise besonders?

Natürlich Allen :-) - Allen die sich etwas Gutes tun wollen. Und Allen, bei denen es mal wieder Zeit ist, den „Akku aufzuladen“. Allen, die den Wunsch verspüren einfach wieder mal „zu sein“ und nichts leisten zu müssen.

Hast du eine Übung oder eine Yoga-Weisheit, die du unseren Blog Lesern mitgeben möchtest?

Mach das was Dir gut tut. So oft Du kannst.

Vielen Dank, liebe Marion, für das interessante Interview!

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Marion Schuster