06.08.2019Teilen

Reisebericht: Luna-Yoga auf Madeira

Bei Sonnenaufgang und frischem Morgenwind übten wir, acht Frauen und ein Mann, am Yogaplatz mit Blick auf die unendliche Weite des Atlantiks. Rhythmisierende Luna-Yoga-Übungen, wie der Flug der Adlerin, der Planetengruß, oder die Sonnen- und Mondatmung, führten uns mit Schwung in den Tag hinein. Die ersten zarten Sonnenstrahlen in Kombination mit der ayurvedischen Punktmassage tonisierten das Gesicht. Das Wiederholen der Bewegungsabfolgen, Übungen in Kombination mit Tönen, belebten von Kopf bis Fuß und weiteten Herz und Körperräume.

Nach dem morgendlichen Üben erwartete uns das reichhaltige Frühstücksbuffet, das vom Küchenteam im Hotel Estalagem, täglich mit wechselnden Köstlichkeiten vorbereitet wurde. Mangos, Papayas, Maracujas, Bananen, Ananas, Melonen – herrlich waren die sonnengereiften und subtropischen Früchte! Genauso wie die traditionellen warmen Speisen Madeiras aus Bohnen, Gemüse und Eiern. Und wer hätte den nur leicht (meist) mit Zuckerrohr gesüßten portugiesischen Mehlspeisen, wie Honigkuchen, Puddingtörtchen und Kokoskuchen widerstehen können?

Die Yogaeinheiten am Nachmittag fanden im lichtdurchfluteten Yogaraum statt. Besonders beliebt waren die Seestern-Übungen im Liegen, im Vierfüßlerstand und frei stehend. Das Erproben von Yogaübungen in der Hocke, wie das große und kleine Huhn, brachten gute Laune, die kraftvollen Luna-Yoga-Heiltänze machten die Stärke der Körpermitte und die Energien des Beckens bewusst. Atemübungen, Entspannungsreisen, das regelmäßige Meditieren, Singen eines Kraftliedes (Mantra) oder das Lauschen eines Gedichtes trugen dazu bei, dass Herzenswünsche für die Yogawoche in Erfüllung gingen.

Fantastische Ausblicke auf das weite Meer auf Madeira

Sehr stimmungsvoll waren die Abende, wenn wir nach dem Yogaüben, beim Sonnenuntergang an einem langen Tisch auf der Terrasse des Restaurants „Estalagem“ oder im Garten des Schwester-Hotels „da Vila“ saßen. Wir unterhielten uns darüber, was wir in der yogafreien Zeit erlebt haben, während uns das charmante Servicepersonal das feine mediterrane drei-Gänge-Menü servierte. Aktiv erkundete unsere Gruppe Madeiras prachtvolle Natur: Bei einer Levada-Wanderung faszinierte uns die Leuchtkraft der blauen afrikanischen Schmucklilie, mitten im Dorf Ponta do Sol die herzförmigen Blüten des Korallenbaums und am Promenadenweg zum Fischerdorf Madalena do Mar staunten wir über Bananenblüten und gelb-grüne Papayafrüchte. Wir nahmen das Blau des Atlantiks, das Smaragdgrün der Vegetation und das Schwarz des vulkanischen Gesteins am Strand wie am Gehsteig in uns auf und all das erfreute Herz und Seele.

Auf die nächtlichen Gesänge der Sturmvögel wurden einige von uns in der dunklen Neumondzeit aufmerksam, denn die Rufe der in Europa seltenen „Cagarras“ sind geradezu lautmalerisch. Das Gefieder der mit den Albatrossen verwandten Art erscheint in der nächtlichen Flug leuchtend weiß. Auch Kultur erlebten wir an vielen Orten der Insel: In Funchal zeigt das Projekt „Streetart“, wie junge portugiesische Künstler versuchen, dem Verfall alter Gassen, Häuser und Werkstätten mit bemalten Türen entgegenzuwirken. Die moderne Architektur des „Mudas“ (Museum für zeitgenössische portugiesische Kunst) in Calheta ist ein Spiel von Licht und Weite. In Ponta do Sol vereint das Festival „Aqui – acolá“ einheimische und internationale Kultur: Vier Tage lang werden 30 Darbietungen aus sieben Künsten an sieben Orten geboten. Uns gefielen besonders die Musikkonzerte und eine Landart-Ausstellung mit dem großen Mandala aus Salz.Gemeinsam haben wir intensiv Luna Yoga geübt, die Natur erkundet und die Kultur Madeiras erlebt.

Für die Zeit auf der wunderschönen Insel möchte ich allen Teilnehmenden danken.

Bis zum nächstem Mal

Gyöngyi

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

NEUE WEGE Yogalehrerin Gyöngyi Hajdu